Volle Akzeptanz der Bevölkerung

16.11. – 22.11.2015

In die Fundamentgräben haben wir den letzten Hardcore eingebaut, das Schutzdach für den Ofen fertig gestellt, sowie die Schalung solide aufgebaut.  Aus der letzten Stampfaktion haben wir ja gelernt. Morgen können wir betonieren und Lehm stampfen.

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Es hat die ganze Nacht durchgeregnet. 10 Stunden lang. Ich habe es aber geschafft, mit dem Motorrad zum Grundstück zu kommen, ohne stecken zu bleiben. Das ist schon ein Privileg auf dem Weg zur Arbeit eine feine, anspruchsvolle Offroadstrecke zu fahren zu können, die sich täglich ändert. Dafür zahlen andere viel Geld. Es ist tatsächlich jeden Tag eine neue Herausforderung mit dem Motorrad durch den Schlamm zu kommen.

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Auf dem Grundstück ist es eine Schlammschlacht. Trotzdem haben wir begonnen, die Fundamente für das zweite Gebäude zu betonieren.

Der Boden ist so weich und die Räder der Schubkarren so schmal, dass sie ständig einsacken und wegrutschen. Trotzdem geht die Arbeit gut voran. Unsere Leute sind ganz gut motiviert. Parallel dazu haben wir den zweiten Pfeiler für den Backofen gestampft. Durch den Regen sind Erde und Sand viel feuchter als am Samstag, so dass das Stampfen ganz anders ist. Der Wassergehalt ist zu hoch. Das hat sich auch an ein paar Rissen gezeigt. Der Ofenbau hat sich als ein gutes Lehrstück, an dem wir alles Mögliche ausprobieren können, herausgestellt. Klein und überschaubar und mit geringfügigen Konsequenzen, wenn etwas schief geht.

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Lehm mixen                                                                          Das Flechtwerk für den Ofen

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Lehmtests                                          Die fertige Platform, auf der der Ofen gebaut wird

Wir haben einen Status höchster Akzeptanz des Projektes bei der Bevölkerung und den Mitarbeitern erreicht.
Fast täglich kommen Leute um nach Arbeit zu fragen. Viele grüßen mich mit Namen. Michael meinte, dass ich jetzt unter dem persönlichen Schutz der Mitarbeiter stehe. Alle verfolgen die Lehmarbeiten sehr interessiert und jeder möchte mithelfen.
Auch der Baustelle wurde noch nicht ein einziges Teil gestohlen. Selbst wenn mal Kleinteile wie Zange, Schraubendreher, Taschenmesser nicht eingeschlossen werden, liegen sie am näcsten Morgen im Regal.
Unser Künstler Colman hat selber Testlehmkugeln angefertigt und zu meinen gelegt. Ich denke, mehr kann man nicht erwarten

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Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten des zweiten Schulgebäudes. Die Bau der Fundamente geht viel schneller als bei dem ersten Gebäude. Das Team ist jetzt eingespielt und wir haben jetzt drei Fundis, d.h. gelernte Handwerker, die die Mannschaft quasi in drei Gruppen unterteilt und besser organisiert haben.

Was mir noch Kopfschmerzen bereitet sind die Wandanker, die wir für die Schalung der Stampflehmwände benötigen. Nach viel Recherche liegt mir ein teures Angebot aus Dar-es-Salam in Tansania vor. Die Händler in Nairobi antworten nicht auf meine mails. Mit Bernhard habe ich auch lokale Lösungen, sprich mit Materialien, die es hier gibt, diskutiert. Vielen Dank an Bernhard, der sich mit zahlreichen Zeichnungen und intensivem Mailverkehr sehr eingebracht hat. Aber es gibt hier nur leichte Stahlprofile, die die hohen Kantenpressungen, bzw. Kerbkräfte nicht aushalten würden. Im Grunde ist hier alles was man an Materialien bekommt von leichter, bzw. schlechter Qualität. Handsägen, z.B. werden hier als beste deutsche Qualität angepriesen, die bei uns das Billigste im Baumarkt und im Grunde schlecht sind.

 

Samstag ist Zahltag. Habe dafür alles organisiert, das heißt Geld geholt und auch in kleine Scheine wechseln lassen, sowie auch nach ein paar Materialien im Ort gesucht. Es ist sogar schwierig ein verzinktes Stahlrohr zu bekommen.

Kaum war ich auf der Baustelle angekommen, zog ein schweres Unwetter, das noch stärker als das letzte war. Wieder stand die Baustelle unter Wasser. Eine ganze Reihe frisch gemauerter Blocks wurde weggespült. Wir haben sie mit dem letzten Haufen Mörtel neu versetzt, dann die Leute bezahlt und nach Hause geschickt.

 

 

 

13 Mann – 6 Stunden

09.11. – 15.11.2015

Montag
Die Nacht war nicht gut. Ich bin nur zur Baustelle gefahren, um den neuen Fundi kennen zulernen. Dort warteten sechs neue Helfer und drei Fundis, um sich als neue Arbeiter zu bewerben.
Zwei unserer Mitarbeiter waren heute Morgen nicht erschienen. Es wurde berichtet, dass sie am Wochenende schwer getrunken hatten. Damit sind sie bei uns raus.

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Einer von ihnen ist der zweite Vorarbeiter, den ich am Samstag bereits verwarnt hatte.
Meinen Krankheitstag habe ich als Homeofficetag genutzt um herauszufinden, woher wir die Wandanker beziehen können. Alles nicht so einfach. Eine europäische Firma zum Beispiel, die in Nairobi eine Filiale hat, verfügt über keinerlei Lagerhaltung. Bestellt wird nur, wenn eine größere Menge zusammen gekommen ist. So überlegen wir jetzt alternative Möglichkeiten, die wir hier vor Ort anfertigen lassen können.

Von zwei Schlossern habe ich Angebote für die Spannanker angefordert. Morgen werden wir komplett mit den Fundamenten des ersten Gebäudes fertig. Mit Oumar und Michael Aput habe ich mich dann besprochen, wie wir weiter machen, da es mit dem Lehm noch nicht losgehen kann. Morgen werden wir das zweite Schulgebäude, sowie die ersten Trenntoiletten abstecken. Das Material habe ich entsprechend separat von dem BMZ- Projekt bestellt und soll morgen früh geliefert werden. Hoffentlich regnet es nicht. Heute Nachmittag zogen mehrere große Gewittergebiete auf.

 

11.11. Tataa!!! Karnevalsbeginn im Rheinland! Das fühlt sich hier ganz anders an, auch nicht nach November. Es wird hier immer zwischen 25 und 28 °C warm, trotz des täglichen Regens.

Heute Nacht hat es noch nicht geregnet, so dass wir vormittags die Materiallieferung für die Toiletten bekommen haben. Dieses Mal ohne Probleme.

Das Aufmauern auf die Fundamente haben wir heute abgeschlossen. Während der letzten Arbeiten haben wir das zweite Gebäude eingemessen und die Höhen nivelliert. Das war aufwändig und lange gedauert. Der Höhenunterschied ist recht groß. Daher werden wir die Bodenplatte zweimal abtreppen.

Nachmittags zog eine riesige Gewitterfront auf und es fing an zu regnen. Leute, so etwas habe ich noch nicht erlebt! Fast eine Stunde lang regnete es in einer Heftigkeit, die ich noch nicht kannte. Wir flüchteten alle in die Wellblechhütte. An Unterhalten war kaum zu denken, denn der Regen prasselte so stark, dass es einfach zu laut dazu war. Nach knapp einer Stunde  hatte der Regen die Baustelle in einen Pool verwandelt.

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Das war erst der Anfang

 

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Wir beeilten uns die Gerätschaften zu säubern und dann schnell nach Hause zu kommen, denn das nächste Gewitter zog bereits auf. Neben den Wegen hatten sich reißende Bähe gebildet. Kaum zu Hause angekommen, fing es erneut an und regnete die halbe Nacht.

Täglich wird im Fernsehen berichtet, wie die sonst trockenen Landesteile im Norden und Osten Kenias fast täglich überflutet werden.

6 Stunden – 13 Mann und die Fundamentgräben sind fertig.
Das Wasser war abgelaufen und der Boden sehr weich. Das ist nun für Heute ein Vorteil, denn wir schachten die Fundamentgräben für das zweite Gebäude aus. Heute wurde pro feet ausschachten abgerechnet und bezahlt. Die Arbeiter sind zufrieden.

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Ab morgen möchte ich mit Ouma und Michael Aput den Lehmofen anfangen und sie als mein Assistententeam einarbeiten.

Ein paar der Arbeiter war heute etwas müde, da sie gestern ihren Lohn direkt umgesetzt haben. Geplant war, die Erde , die vom Ausschachten neben den Gräben liegt zusammen zulegen, da wir sie später brauchen werden.
Es wurden dann wieder Sand, Ballast und Hardcore geliefert. Die Fahrer weigerten sich jedoch auf das Grundstück zu fahren, weil der Übergang etwas schwierig war. So mussten wir per Handarbeit die Auffahrt zunächst aufbereiten, in dem wir Hardcore und Ballast eingebaut haben. Dadurch hatten wir Zeitverlust und haben am Ofen nur etwas an der Schalung bauen können.

Zunächst haben wir die Schalung fertig gestellt. Um zu beschreiben, wie die gerammten Lehmwände gebaut werden, habe ich dies immer mit dem Betonieren von Wänden verglichen, bis ich heute herausgefunden habe, dass Ouma noch nie eine Wand betoniert hat und das, obwohl er bei großen Gebäuden in Nairobi beteiligt war.

Wir haben dann endlich die erste Wand gestampft. Das allgemeine Interesse war groß – wir hatten sogar Zuschauer. Während des Stampfens stellten sich ein paar Probleme mit der Schalung heraus. Das war ganz gut, denn so konnten wir gemeinsam diskutieren wie das Auseinanderdrücken beim nächsten Mal vermieden werden kann.

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Oh what a week!

Montag Morgen war starker und dichter Nebel. Das ist sehr ungewöhnlich und kündigt starken Regen an.
Die Betonarbeiten gingen weiter. Heute Morgen mussten wir bereits zu Arbeitsbeginn ein paar Warnungen aussprechen.
Zwei Arbeiter kamen zu spät. Einer davon war gestern angetrunken bei uns auf dem Grundstück erschienen. Ein weiterer rauchte

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Marihuana. Alle erhielten erste und letzte Warnungen. Im Wiederholungsfall wird ihnen sofort gekündigt.

Die Betonteile der Fundamente haben wir heute fertig gestellt. Vormittags versuche ich auf der Baustelle zwischen den Gesprächen die Rechnungen einzupflegen, das Bautagebuch zu schreiben und den Blog zu aktualisieren. Aber häufig geht das nicht, weil so oft unvorhergesehene Dinge mich davon abhalten.

Durch die Hanglage mussten wir die Fundamente abtreppen. Mit der Randschalung sind wir hier ziemlich eingeschränkt und können keine höheren Schalungen bauen wie bei uns. Daher werden die unteren Bereiche mit Betonsteinen ausgemauert und dann ausbetoniert. Der Lkw mit diesen Steinen sollte heute kommen, konnte aber auf Grund der vom Regen aufgeweichten Strassen die Baustelle nicht erreichen. Nachmittags regnete es so stark, dass wir früher aufhören mussten zu arbeiten.

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Oh what a day!

Die Erde und die Wege sind so aufgeweicht, dass wir nicht mit dem Motorrad fahren konnten. Mein meistgebrauchtes Kleidungsstück sind die frisch gekauften Gummistiefel. Damit schlidderten wir dann einigermaßen pünktlich zur Baustelle.

Da die Wasserbeschaffung recht teuer ist, habe ich heute entschieden, einen großen Wassertank zu kaufen um Regenwasser vom Schuppendach zu sammeln. Diesen Tank und die Regenrinnen können wir dann später für das Waisenhaus benutzen.

Wir fuhren also zum Baustoffhändler und verhandelten die Preise. Es dauerte ewig, bis wir alles zusammen hatten, da der Chef ständig eine Handvoll Kunden gleichzeitig bedient und parallel dazu ständig telefoniert. Ein Installateur für die Installation der Regenrinnen war schnell gefunden und fängt morgen früh mit der Arbeit an.
Zurück auf dem Grundstück mussten wir zwei Mal die Arbeiten für länger wegen starkem Regen unterbrechen.

Ich möchte selber einen Lehmofen bauen und habe die erforderlichen Materialen ebenfalls heute geordert. Dieser Lkw kam dann während des zweiten Schauers und fuhr sich in der Auffahrt zum Grundstück fest. Es dauerte drei Stunden, um ihn mit 12 Leuten wieder zu befreien. Dadurch haben wir heute nicht so viel geschafft.

Der Weg zum Grundstück in unpassierbar, auch nicht mit meiner Enduro. Als ich dann abends zu Hause war, fiel mir auf, dass ich den Computer in dem Schuppen vergessen hatte. So musste ich dann im Halbdunklen noch mal durch die Matsche. Um den unpassierbaren Weg zu umgehen, fuhr über einen kleinen Trampelpfad zwischen den Feldern. Aber auch das war eine echte Herausforderung.

Nachts hatte es wieder so viel geregnet, dass ich nicht mit dem Mopped fahren konnte. Das ganze Land dampft morgens, fast wie bei uns im Herbst, nur wärmer. Morgens herrscht hier fast 100 % Luftfeuchtigkeit.

Wir entfernen die Erde rund um die Fundamente, damit sie besser austrocknen.

Mittwoch Vormittag kam dann der Lkw mit den Blocks. Da die Piste noch immer sehr matschig ist, blieb er oben auf der Anhöhe, vor dem Gefällestück stehen und wartete rund 3 Stunden, bis der Weg etwas trockener war. Die gesamte Mannschaft lädt den Lkw per Hand ab. Das dauerte rund 2,5 Stunden.
Zuvor verlangten sie für das Abladen extra bezahlt zu werden. Da musste ich erstmal eine Ansage machen, dass sie ja pro Tag bezahlt werden und es unerheblich ist, was gemacht wird. Das wurde akzeptiert und die Diskussion war damit dann schnell vorbei.
Der Installateur von gestern montiert gerade die Regenrinne und schließt sie an den Wassertank an. Ab morgen werden wir keine Wasserprobleme mehr haben.
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Die Zufahrt ist zurzeit nicht passierbar

Der Installateur kam pünktlich. Er hatte die Regenrinne mit gutem Gefälle montiert. Leider viel zu nah am Dach, so dass das Wasser über die Rinne hinweg schoss. Nachdem wir es mit einer Ladung Wasser ausprobiert hatten, erklärte ich ihm, wie er die Aufhängung umbauen sollte. Es mussten unter jeden Halter Distanzhölzer eingebaut werden. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stieg er wortlos auf sein Mopped und verschwand.
Unser Fundi (gelernter Handwerker) Ouma hatte sofort verstanden wie das zu ändern war. Also pendelte er zwischen Regenrinne und Fundamentblöcken und leitete zwei Arbeitsbereiche gleichzeitig. Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten. So haben wir dann die Blöcke eingemessen, die für die späteren Raumgrößen verbindlich sind.

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Zwischenduch werden die Schubkarren gewartet

Am Freitag mussten wir Dominik morgens zum Bus bringen, da heute Abend sein Flug nach Hause geht. Der erste Monat ist rum. Das ging wirklich schnell. Als ich dann zur Baustelle kam, waren die Arbeiter ungewöhnlich ruhig. Dominik hat mit seiner lockeren und persönlichen Art zu einer entspannten Stimmung beigetragen, so dass sie seine Abreise bedauern.

 

IMG_8323Domink mit Michaels Mutter Theodora. Sie freut sich immer riesig, wenn sie uns sieht. Ihrem Vater gehörte ursprünglich das Grundstück, auf dem wir jetzt bauen. Sie hat als Familienälteste das Grundstück gegeben und freut sich sehr, dass sie damit das Projekt unterstützen kann. Ihr größter Wunsch ist es zu erleben, dass das Projekt begonnen wird.

Ich verließ die Baustelle gegen Mittag, um mit Michael nach Siaya zu fahren. Er fuhr weiter nach Kisumu, weil er morgen an der Uni eine Prüfung hat. Die Fahrt dort hin – das ist die einzige Stadt im Umkreis von 70 km – wollte er nutzen, um für die Baustelle Schalungsanker zu kaufen. Dinge, die etwas spezieller sind, bekommt man in Siaya nicht.

Ich habe mich in der Zeit auf die Suche nach geeigneten Stahlteilen für die Lehmrammen gemacht. Die normalen Schlosser hatten nur leichte Profile, so dass ich dann bei Schrotthändlern nach geschaut habe. Einer hatte tatsächlich ein Stahlprofil, das wir abgesägt und zusammen geschweißt, sowie mit einem Griff versehen haben. Dann noch einen guten Preis aushandeln…

Seit einer Woche wird hier nachts getrommelt, so dass wir alle wenig schlafen. In der Nachbarschaft sind mehrere Leute gestorben. Daher gibt es eine große Feier nach der Anderen.

Auf Grund dieser Feiern erschienen einige der Mitarbeiter heute müde und angetrunken auf der Baustelle. So war wieder eine Verwarnung fällig. Weiter haben wir die Blocks zur Fundamenterhöhung vermauert und den Mutterboden zwischen den Fundamenten ausgegraben. Gegen 3 Uhr setzte Regen ein. In einem letzten Endspurt von dem Wochenende haben wir dann die letzten Blöcke der hinteren Außenecke gesetzt.

Wir haben überlegt, einen zweiten Fundi einzustellen, so dass das gesamte Team in zwei Gruppen aufgeteilt werden kann und die Fundies ihre Leute in Schwung halten. Oumar kennt jemanden den er empfehlen kann und am Montag mitbringt.

Sonntag ist frei
Gegen Mittag kamen bei mir Grippesymptome auf. Da Malaria die gleichen Symptome hat, fuhr ich nachmittags zum Bluttest in ein Krankenhaus, der aber negativ ausfiel. Der Arzt meinte, dass es dann doch eine Grippe sei. Ich glaube aber eher, dass ich mir am Samstag Abend den Magen mit Pommes Frites in einem Restaurant verdorben habe. Sonst habe ich die Pommes auf der Strasse gegessen, wo immer vor gewarnt wird, aber da ist nie etwas passiert.

 

 

 

Das erste Fundament

26.10. – 01.11.2015

Aushub der Fundamentgräben für den Abstellraum. Da der Hardcore noch immer nicht geliefert wurde, konnten wir nicht weiter aSo habe ich die Arbeiter nach dem Mittag nach Hause geschickt. Der Lkw ist irgendwo stecken geblieben. Die provisorische Toilette haben wir heute, bis auf die Tür fertig gestellt.
Ein Teil des Hardcores wurde dann doch heute Abend geliefert.

Ich habe heute, nachdem ich endlich die alternative Spannvorrichtung für die Prüfform montieren konnte, Lehm in verschiedenen Mischungen getestet.

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Es scheint sich ein anderer Mitarbeiter, Michael Aput, als möglicher Assistent heraus zustellen. Er ist sehr zuverlässig, denkt mit, ist pünktlich und deutlich älter als die anderen. Er hat heute sein großes Interesse am Lehmbau bekundet. Darauf habe ich ihm erste Detailinformationen gegeben.

Alle Fundamengräben, Lager und Schulgebäude wurden eingefüllt. Julius war mehrfach auf der Baustelle zwischen verschiedenen Terminen. Ich habe weitere Lehmversuche durchgeführt.

Einfüllen des letzten Hardcores und nivellieren. Beginn der Betonarbeiten des ersten Streifenfundamentes. Ich bin mehrfach nach Siaya gefahren um verschiedene Dinge wie ein Wasserfass und Kanister zu kaufen. Geld geholt und Baustoffhändler bezahlt.

Betonieren des ersten langen Fundamentsteifens. Das Wasser haben wir von einem Water guy aus dem Fluss holen lassen.
Schalungsaufbau und betonieren der Streifenfundamente vom Schuppen. Der Water guy kam heute nicht wie verabredet zur Baustellen. So konnten wir weiter betonieren. Da er seine fünf Kanister im Schuppen gelassen hatte, sind unsere Leute dann mehrfach selber Wasser holen gegangen. Der Baufortschritt hat dadurch natürlich verlangsamt. Außerdem fehlte noch Hardcore. Der Lkw ist gestern irgendwo auf Grund des Regens stecken geblieben. Nachmittags kam dann an und konnte mit letzter Kraft das Grundstück erreichen und auch wieder verlassen. Während er auf dem Grundstück stand konnte man sehen, wie er in den weichen Boden einsank.
Heute regnet es schon morgens um 6:00 wie aus Kübeln. Der Vorarbeiter Michael Aput kam gerade vorbei um zu sagen, dass die Strassen mit dem Motorrad unpassierbar sind.

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Er hat den Schlüssel vom Schuppen geholt um pünktlich anfangen zu können. Schon das normale Gehen auf dem Grundstück wird immer schwerer, weil bei jedem Schritt eine Schicht Lehm unter den Schuhen kleben bleibt und so die Schuhe immer schwerer werden. Ständig müssen wir den Lehm von den Sohlen kratzen.

Ich habe große Bedenken wegen der Bauzeit. Es wird vorhergesagt, dass dieser heftige Regen bis Januar gehen soll und noch schlimmer wird.

Seit gestern Abend waren schwere und lang anhaltende Regenfälle vorhergesagt. Für heute hat die Wettervorhersage nicht gestimmt. Es gab keinen Regen, so dass wir weiter betonieren konnten.

 

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Heute war Zahltag. Ortsüblich wird der normale Arbeitslohn von 300/= für die Helfer auf 450/= pro Tag aufgestockt wenn betoniert wird, weil dies eine schwerere Arbeit ist. Außerdem wird immer so lange gearbeitet, bis gewisse Betonier- Abschnitte fertig gestellt sind.
Der Vorabeiter Michael Aput bekommt normal 400/=, beim betonieren 500/=und der Fundi, der einzige gelernte Handwerker Oumar 600/=, bzw. 700/= pro Tag.  Der Helfer, der das Wasser aus dem Fluss geholt hat, bekommt pro Kanister 10/=.

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Ausflug zum Yala- River

Wir wollten Krokodile und Hippos am Yala- River sehen, aber trotz intensiver Suche haben wir sie nicht gefunden.
Wir trafen nur Kinder, die in dem schlammigen Wasser Wäsche wuschen.

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Hier ein aktuelles Beispiel, wie für das Abstützen der obersten Geschossdecke ein halber Wald benötigt wird. Es gibt kaum Baustützen aus Stahl, die wiederverwendbr sind. Julius Ochieng hatte uns erklärt, das Holz auf Grund der Knappheit sehr teuer sein. Es ist so teuer, dass manche Unternehmer ihre Baustellen drei Monate ruhen lassen, um auf die paar Stahlstützen zu warten, bis sie sie mieten können.

Es wäre eine gute Einnahmequelle um die laufenden Kosten für das Projekt finanzieren zu können, wenn unser Partner M.O.C.C. Baustützen vermieten würde. Zurzeit sind wir auf der Suche nach geeigneten gebrauchten Stützen in Deutschland. Wir wollen sie nach Kenia verschiffen und eine Vermietung aufbauen. Julius hat uns auf seinem Firmengrundstück bereits eine Fläche angeboten.

 

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Ich habe heute, nachdem ich endlich die alternative Spannvorrichtung für die Prüfform montieren konnte, Lehm in verschiedenen Mischungen getestet.

 

Es scheint sich ein anderer Mitarbeiter, Michael Aput, als möglicher Assistent heraus zustellen. Er ist sehr zuverlässig, denkt mit, ist pünktlich und deutlich älter als die anderen. Er hat heute sein großes Interesse am Lehmbau bekundet. Darauf habe ich ihm erste Detailinformationen gegeben.

Ein Teil des Hardcores wurde heute Abend geliefert.

 

 

 

 

Fundamentgräben und Priesterweihe

19. – 25.10.2015

7.00 h Baustelle. Ganz schön früh. Aber da der Regen immer zwischen 16- 17 Uhr einsetz, habe ich den Arbeitsbeginn  so früh angesetzt, damit der Baustellenbetrieb möglichst wenig beeieinträchtigt wird.

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Beginn der Ausschachtungsarbeiten. Zuvor musste das gesamte Gebäude abgesteckt und Schnüre gespannt werden um das Gebäude einmessen zu können.
Anschließend wurden die Ausschachtungsarbeiten begonnen und heute auch fast fertig gestellt. Es waren 12 Arbeiter vor Ort. Bezahlt wurden Sie mit 30/= pro foot. So ist garantiert, dass sie zügig arbeiten. Hier wie bei uns ein übliches Verfahren. Es ist schon erstaunlich, was man nur mit Handarbeit alles bewegen kann. Wir haben keinen Strom und keine einzige Maschine auf der Baustelle. Alles ist Handarbeit, auch das Anmischen des Betons. Wir können auch keinen Transportbeton im Betonmischer bestellen. Betonieren wird genau geplant und die Leute eingeteilt, wer was macht. Es entsteht dann eine Arbeitskette, die wie am Fliessband läuft.
Eine schwere Arbeit, die wir mit 50% mehr Gehalt entlohnen.

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Es muss noch ein Baumstumpf und ein altes Fundament beseitigt werden.

8.00h  Baustelle. Ich war aber zu spät weil unsere beiden Moppeds platt waren.
Vereinbart waren 5 Handwerker, die für den Anfang ihre eigenen Schubkarren mitgebracht haben. Die waren auch heute morgen da. Zwei von Ihnen haben jedoch mittags die Baustelle verlassen und kamen nicht zurück. Sie haben sich damit selber disqualifiziert.
Habe mit dem Baustoffhändler Josef Ochieng Preise für Zement, Ballast, Sand und Hardcore ausgehandelt, sowie noch Gerätschaften wie Schlauchwaage, Sägen und so bestellt.

Als erstes festes Team haben wir jetzt 4 Arbeiter, die bisher sehr zuverlässig sind. Die Erde, die vom Ausschachten der Gräben neben den Gräben liegt muss umgelagert werden, da zum Bau der Wände verwendet werden soll.
Für die Lehmprüfform benötige ich Schraubzwingen.

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Die Nachfrage bei verschiedenen Baustoffhändlern brauchte jedoch kein Ergebnis. Daher muss ich alternative Spannvorrichtung entwickeln. Von einem Schlosser habe ich dann vier Stahlwinkel bekommen. Die erforderlichen Bohrungen konnte er nicht bohren, weil er keine Bohrmaschine hat. Die Löcher wurden einfach eingeschlagen.

Wegen des massiven Matsches ist der Weg zum Grundstück fast unpassierbar. Ich bin morgens sogar mit dem Motorrad stecken geblieben. Die erste Ladung Ballast konnte erst am Nachmittag gebracht werden, als die Erde etwas abgetrocknet war.
Seit heute haben wir einen Watchman auf der Baustelle.

Heute sollten weitere Lieferungen von Ballast und Sand kommen. Der erste Lkw ist stecken geblieben und konnte erst nach einer Stunde befreit werden.
Aufräumarbeiten auf der Baustelle. Ausschachten für eine provisorische Toilette, bis die Trenntoilette fertig ist.

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Ich habe die ersten Lehmprüfungen mit der Versuchsform gemacht. Dieser Test dient dazu heraus zufinden,  wie groß das Schwindmass und damit die Rissbildung ist. Es muss das richtige Verhältnis des Lehm-/ Sandgemisch hergestellt werden, damit die Gebäude dauerhaft stabil sind.

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Open- Air Messe zur Priesterweihe

Jemand aus der Gemeinde wurde kürzlich in Mombasa zum Priester geweiht. In seiner Heimatgemeinde wurde daher seine erste Messe groß gefeiert. Rund 2.500 Menschen nahmen am Sonntag an dieser langen Messe mit viel Musik, Gesang und Tanz teil.
Am Schluss wurden wir als Besucher aus Deutschland offiziell begrüsst und nach vorne gerufen. Wir sollten uns jeder selber vorstellen und erzählen, was wir hier machen. Michael hat die Gelegenheit professionell genutzt, um das Projekt detailliert zu erläutern.
Seitdem werden wir von vielen Menschen auf der Strasse mit Namen gegrüßt.

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Die erste Woche in Siaya

Der Flug nach Nairobi war ruhig. Wir übernachteten in einem kleinem Hotel in einer etwas verwegenen Strasse. Nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Easy Coach nach Siaya. Diese Fahrt dauert rund 9 Stunden und führt zum Teil durch schöne Landschaften wie das Rift Valley, vorbei am Lake Nakuru und durch die Teeplantagen von Kericho.
In Siaya warteten schon Michael, Julius und Cellestine auf uns.

In den ersten Tagen haben wir dann versucht, die Angelegenheit mit der Arbeitserlaubnis zu regeln. Das ist aber in Siaya nicht möglich, sondern muss in Kisumu beantragt werden.

Während dessen begannen wir die Baustelle einzurichten. Da wir mit Arbeitslosen Menschen arbeiten, mussten wir zunächst alle erforderlichen Gerätschaften kaufen und das Grundstück vom Grünzeug befreien. Zur Baustelleneinrichtung gehört auch der Bau einer Wellblechhütte, die als temporäres Lager und Unterstand für den nächtlichen Watchman dient.

 

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Die Anfrage bei dem Immigration Office in Kisumu brachte uns nicht weiter. Ein unfreundlicher und gelangweilter Beamter meinte nur, dass ich die normale Arbeitserlaubnis beantragen soll. Diese kostet jedoch umgerechnet 150 € pro Monat.
Michael sagt, dass sich in Siaya niemand für meinen Status interessieren wird. Jetzt bin erst mal illegal hier.

Für den 15.10. war die Grundsteinlegung mit dem Gouverneur vereinbart. Dafür war viel vorzubereiten. Das County Council hat eigene Festzelte für solche Veranstaltungen.
Es wurde eine gelungene Veranstaltung mit großen Interesse an der Lehm- Bautechnik und an den Fotos der deutschen Vereinsmitglieder. Jeden einzelnen sollte ich mit Beruf vorstellen. Die benachbarte Schule war mit Chor und traditionellen Instrumenten gekommen.  Sie eröffneten musikalisch das Programm. Anschließend spielten Dominik und ich mit den Gitarren gemeinsam mit der Gruppe.

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Michael hat sein ganzes Haus für uns geräumt, so dass ich mir im Eingangsbereich ein kleines Büro einrichten konnte, dass nachts auch als Garage für ein Motorrad dient.

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Hier spricht alles von El Nino, einem schweren Dauerregen, der zwei bis drei Monate dauern kann. Bisher hat es jeden Tag heftig geregnet. Zuerst nur Abends und nachts, aber jetzt fängt der Regen immer füher an. Wenn das so bleibt, kann dieses Wetter uns ziemliche Probleme bereiten

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Unser Baugrundstück mit der neuen Wellblechhütte während ein Gewitter aufzieht

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