Häuser für Waisenkinder e.V.

Der Blog - live aus Kenia

Monat: Februar 2016

Beerdigung – Krankheit – Urlaub

01.02. – 14.02.

Nachdem es mich wie einige Andere letzte Woche mit Thyphus erwischt hat und den Großteil der vergangenen Woche im Bett zugebracht habe, konnte ich heute wieder eingeschränkt auf die Baustelle.
In der Woche ist eine Menge aufgelaufen und nach der Woche war ich noch etwas schlapp. Daher schreibe ich jetzt hier eine Zusammenfassung.
Zum Wochenbeginn haben sich fast 20 Leute beworben, davon mehrheitlich Frauen. Da wir in Kürze große Mengen Erde benötigen, haben wir 10 Frauen eingestellt, die das Sieben durchführen. Während meiner Abwesenheit hat sich einiges getan: Bei dem kleinen Gebäude wurden weiter Lehmabschnitte gestampft und in einem Teilbereich die fertige Höhe erreicht.
Die Schalung wurde weiter ausgebaut, um möglichst wenige Anschlüsse zu bekommen. Später kann dann diese Schalung vermietet werden.

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Kurz vor meiner Krankheit gab es eine Beerdigung, an der ich teilgenommen habe. Es handelt sich um meinen alten Freund Rufinus, den ich seit meiner ersten Reise 1987 nach Siaya kannte und sehr schöne Erinnerungen habe.

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Mit rund 600 Gästen war das eine durchschnittliche Größe.

Auf der Baustelle fertigen wir Gerätschaften wie Leitern selber, da industriell gefertigte sehr teuer sind.

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Da wir noch “Trockenzeit” haben und ab März normalerweise die Regenzeit einsetzt, haben wir erneut begonnen, Lehmsteine zu produzieren, die wie lagern und später für das Waisenhaus benötigen.

 Video Lehmsteine herstellen

 

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Das kleine Gebäude ist fertig und gleich geht es mit dem Dachstuhl  weiter

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Die Tischler haben mein Outdoor – Büro übernommen und fertigen Fenster- und Türrahmen vor, die in die Schalung eingesetzt werden und dort verbleiben.

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Am Mittwoch kam Karsten, Mitglied bei uns und bei den Ingenieuren ohne Grenzen , um sich die Baustelle und vor allem die Trenntoiletten anzusehen. Außerdem hat er eine Menge Werkzeug mitgebracht. Vielen Dank dafür. Vor allem der Akkuschrauber macht schwer Eindruck und wird gerade dringend benötigt.

Am Donnerstag abend sind wir dann nach Kisumu, um am Freitag morgen früh nach Mombasa zu fliegen. Dort am Flughafen werde ich meine Freundin treffen, um gemeinsam Urlaub an der Küste zu machen.
Ich melde mich jetzt für 3 Wochen ab. Die Jungs auf der Baustelle sind gut vorbereitet und eingespielt. Ich habe ein Bauleitungsteam, bestehend aus Ouma als Maurer, Anthony als Dipl.-Ing. und Michael Aput als Vorarbeiter, installiert. Die drei sind sehr verantwortungsbewust und ergänzen sich mit Ihren unterschiedlichen Berufen gut.

Tutaonana!

 

 

Der Regen ist zurück!

18.01. – 31.01.2016
Der Regen ist zurück!
Nachdem wir ein paar Wochen mit sehr wenig Regen hatten, hat sich „El Niño“, wie hier der Dauerregen genannt wird, mit einem heftigen Gewitter und viel Regen zurück gemeldet. So mussten wir die Wände erst etwas trocknen lassen, bis wir weiter arbeiten konnten. Bei den Toiletten haben wir die letzten Pfeiler begonnen und das Holz für die Dachkonstruktion vorbereitet. Morgen wollen wir den Dachstuhl richten und die Dacheindeckung fertig stellen.

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Dienstag. Morgens um 6 Uhr fing es wieder an zu regnen. Zunächst war es ein leichter Regen, der sich aber stetig verstärkte. Wir konnten uns nur in die Wellblechhütte zurück ziehen und warten. 3 Stunden dauerte es, bis der Regen aufhörte. Alles war so nass, dass wir keine Wände stampfen konnten. Um nicht mehr so abhängig vom Wetter zu sein, haben wir das Schutzdach gebaut, unter dem wir geschützt vor Sonne und Regen den Lehm sieben, mischen und zwischenlagern werden. Die Zeit haben wir genutzt um Sonderschalung für die aussteifenden Wandpfeiler zu bauen.
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Am Mittwoch Vormittag war Mitgliederversammlung von M.O.C.C. auf der Baustelle angesagt. Zunächst wurden die Mitglieder über den aktuellen Baustatus informiert. Die Stampflehmtechnik wird sehr positiv aufgenommen. Fast jeden Tag kommen Besucher, zum Teil auch aus weiter entfernten Ortschaften, um sich den Stampflehm anzusehen.
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Der Haupttagungspunkt war eine Satzungsänderung um den Weg für eine zollfreie Einfuhr von Baugerätschaften und anderen Dingen zu ebnen. Nach kurzer Diskussion wurde die Änderung einstimmig beschlossen.

Das Holz wurde bei dem Händler in Kisumu angeliefert. Zum Abholen benötigten wir einen Lkw, den wir über den Baustoffhändler Josef günstiger als üblich einen mieten konnten, und das von Siaya aus. So fuhren wir mit dem Lkw nach Kisumu und konnten auch die Fahrtkosten für das Matatu sparen. Um den Lkw optimal auszunutzen, beschlossen wir, das gesamte Wellblech ebenfalls in Kisumu zu kaufen. Baustoffe sind in Kisumu einiges günstiger. Das Problem ist immer der Transport. Mit einem Baustoffhändler konnten wir einen Preis aushandeln, der pro Stück 250 Ksh unter dem Siaya- Preis liegt und uns somit umgerechnet 1.250 € einspart. Als der Lkw dann mit dem Holz beladen war, mussten wir feststellen, dass das Volumen des Fahrzeugs bereits erschöpft war. Das Gewicht war nicht das Problem. Über unseren Baustoffhändler Josef in Siaya konnten wir organisieren, dass das Wellblech zu einer Lieferung, die er in den nächsten Tagen erhält, kostenlos beigeladen wird.

Auf dem Rückweg hatte dann der Lkw eine Reifenpanne. Ein Spezialist, der schlauchlose Reifen reparieren kann war relativ schnell gefunden. Die Einigung war auch einfach, aber dann war er plötzlich verschwunden. Bis er wieder zurück kam dauerte es eine Weile und uns blieb nichts anderes übrig als zu warten. Als wir dann endlich die Baustelle erreicht hatten, war es nach 18 Uhr und keiner unserer Arbeiter zum Ablade mehr vor Ort. Also mussten wir erst noch Tagelöhner zum Abladen organisieren. Da dieser Mehraufwand nicht von uns verursacht wurde, war der Fahrer sogar bereit, die Kosten für das Abladen zu übernehmen.

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Hier ein 180°- Schwenk über das Grundstück, der zwar schon 14 Tage alt ist, aber einen schönen Überblick verschafft:

Video Grundstückübersicht