Frauen Power

Der heutige Beitrag ist den Frauen auf der Baustelle gewidmet.

Zunächst hatten sich nur Männer auf der Baustelle beworben. Manche blieben ein paar Tage, manche nur einen Tag. Aber kurze Zeit später gab es eine feste Mannschaft bestehend aus 13 Männern.
Die einzige Frau, die zwar nicht auf der Baustelle, sondern im Hintergrund  bei M.O.C.C.  tätig ist, heisst Cellestine.

IMG_0240Seit 3 Jahren arbeitet sie  ehrenamtlich für M.O.C.C. als Kassenwartin. Von Beruf ist sie Sozialarbeiterin. Zurzeit wird sie als Teilzeitkraft bezahlt.
Für die Baustelle organisiert sie die wöchentlichen Lohnzahlungen, die zunächst bar ausgezahlt wurden. Mittlerweile werden sie per M-Pesa, einem Bezahlsystem per Handy, geleistet.  Da in Kenia sehr viele Menschen kein Bankkonto haben,
IMG_0169wird überall das Bezahlsystem „M-Pesa“ genutzt. Damit kann man quasi alles bezahlen, sogar Waren bestellen. In M-Pesa Shops kann man Guthaben auf seine Handy – Nummer aufladen und über eine spezielle Funktion im Handy , verschicken. Jeden Samstag kommt Cellesine mit einer Frau, die einen M-Pesa Shop betreibt, um die Löhne zu verschicken. Vorher werden noch die Beträge abgezogen, die jeder für Essen der vergangenen Woche bezahlen muß.

Als der Arbeitsumfang zunahm und weitere Arbeiter benötigt wurden, wurden nur Frauen für den neuen Bereich des Siebens, eingestellt. Etwas am Rand der Baustelle fingen diese Arbeiten an. Männer und Frauen waren zunächst etwas scheu.

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Wenig später sollten dann die Putzarbeiten an dem kleinen Gebäude beginnen. Mehrere Arbeiten saten, dass dies traditionell die Arbeit der Frauen sei. Also wurde gefragt, wer diese Arbeiten ausführen kann. Es meldeten sich drei Frauen, die das Gebäude innen…

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… und aussen mit Lehmputz sehr sauber verputzten. Sie gestalteten auch die  Dekorationen der Fassade.

Später versammelte der Vorarbeiter Michael Aput alle MitarbeiterInnen um sie nach ihren Fähigkeiten und Arbeitswünschen zu befragen. Es meldeten sich Frauen für die Schreinerei, Estrich legen und sogar für das Lehmstampfen oben auf der Schalung.

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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Stimmung auf der Baustelle durch die Integration der Frauen deutlich entspannter geworden ist und sich noch mehr ein Mannschafts- Gefühl eingestellt hat.
Das wird auch im Besonderen durch „Mama Chakula“ unterstützt, die alle mit gutem Essen versorgt. „Chakula“ heißt Essen auf Kiswahili. Häufig werden Menschen nach ihren Berufen gerufen, wie Fundi für Handwerker und Dereva für Fahrer. Oft weiß niemand den richtigen Namen.
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Sie kommt jeden Morgen schon um 8 Uhr, macht Feuer und kocht gemeinsam mit einer Helferin frisch und leckere Chapati, Bohnen, Ugali (Maisbrei), Sukuma wiki (Spinat ähnliches Gemüse).