Montag Morgen war starker und dichter Nebel. Das ist sehr ungewöhnlich und kündigt starken Regen an.
Die Betonarbeiten gingen weiter. Heute Morgen mussten wir bereits zu Arbeitsbeginn ein paar Warnungen aussprechen.
Zwei Arbeiter kamen zu spät. Einer davon war gestern angetrunken bei uns auf dem Grundstück erschienen. Ein weiterer rauchte

IMG_8351

Marihuana. Alle erhielten erste und letzte Warnungen. Im Wiederholungsfall wird ihnen sofort gekündigt.

Die Betonteile der Fundamente haben wir heute fertig gestellt. Vormittags versuche ich auf der Baustelle zwischen den Gesprächen die Rechnungen einzupflegen, das Bautagebuch zu schreiben und den Blog zu aktualisieren. Aber häufig geht das nicht, weil so oft unvorhergesehene Dinge mich davon abhalten.

Durch die Hanglage mussten wir die Fundamente abtreppen. Mit der Randschalung sind wir hier ziemlich eingeschränkt und können keine höheren Schalungen bauen wie bei uns. Daher werden die unteren Bereiche mit Betonsteinen ausgemauert und dann ausbetoniert. Der Lkw mit diesen Steinen sollte heute kommen, konnte aber auf Grund der vom Regen aufgeweichten Strassen die Baustelle nicht erreichen. Nachmittags regnete es so stark, dass wir früher aufhören mussten zu arbeiten.

IMG_8530     IMG_8526

 

IMG_7009IMG_8424IMG_8429

Oh what a day!

Die Erde und die Wege sind so aufgeweicht, dass wir nicht mit dem Motorrad fahren konnten. Mein meistgebrauchtes Kleidungsstück sind die frisch gekauften Gummistiefel. Damit schlidderten wir dann einigermaßen pünktlich zur Baustelle.

Da die Wasserbeschaffung recht teuer ist, habe ich heute entschieden, einen großen Wassertank zu kaufen um Regenwasser vom Schuppendach zu sammeln. Diesen Tank und die Regenrinnen können wir dann später für das Waisenhaus benutzen.

Wir fuhren also zum Baustoffhändler und verhandelten die Preise. Es dauerte ewig, bis wir alles zusammen hatten, da der Chef ständig eine Handvoll Kunden gleichzeitig bedient und parallel dazu ständig telefoniert. Ein Installateur für die Installation der Regenrinnen war schnell gefunden und fängt morgen früh mit der Arbeit an.
Zurück auf dem Grundstück mussten wir zwei Mal die Arbeiten für länger wegen starkem Regen unterbrechen.

Ich möchte selber einen Lehmofen bauen und habe die erforderlichen Materialen ebenfalls heute geordert. Dieser Lkw kam dann während des zweiten Schauers und fuhr sich in der Auffahrt zum Grundstück fest. Es dauerte drei Stunden, um ihn mit 12 Leuten wieder zu befreien. Dadurch haben wir heute nicht so viel geschafft.

Der Weg zum Grundstück in unpassierbar, auch nicht mit meiner Enduro. Als ich dann abends zu Hause war, fiel mir auf, dass ich den Computer in dem Schuppen vergessen hatte. So musste ich dann im Halbdunklen noch mal durch die Matsche. Um den unpassierbaren Weg zu umgehen, fuhr über einen kleinen Trampelpfad zwischen den Feldern. Aber auch das war eine echte Herausforderung.

Nachts hatte es wieder so viel geregnet, dass ich nicht mit dem Mopped fahren konnte. Das ganze Land dampft morgens, fast wie bei uns im Herbst, nur wärmer. Morgens herrscht hier fast 100 % Luftfeuchtigkeit.

Wir entfernen die Erde rund um die Fundamente, damit sie besser austrocknen.

Mittwoch Vormittag kam dann der Lkw mit den Blocks. Da die Piste noch immer sehr matschig ist, blieb er oben auf der Anhöhe, vor dem Gefällestück stehen und wartete rund 3 Stunden, bis der Weg etwas trockener war. Die gesamte Mannschaft lädt den Lkw per Hand ab. Das dauerte rund 2,5 Stunden.
Zuvor verlangten sie für das Abladen extra bezahlt zu werden. Da musste ich erstmal eine Ansage machen, dass sie ja pro Tag bezahlt werden und es unerheblich ist, was gemacht wird. Das wurde akzeptiert und die Diskussion war damit dann schnell vorbei.
Der Installateur von gestern montiert gerade die Regenrinne und schließt sie an den Wassertank an. Ab morgen werden wir keine Wasserprobleme mehr haben.
.IMG_8372

Die Zufahrt ist zurzeit nicht passierbar

Der Installateur kam pünktlich. Er hatte die Regenrinne mit gutem Gefälle montiert. Leider viel zu nah am Dach, so dass das Wasser über die Rinne hinweg schoss. Nachdem wir es mit einer Ladung Wasser ausprobiert hatten, erklärte ich ihm, wie er die Aufhängung umbauen sollte. Es mussten unter jeden Halter Distanzhölzer eingebaut werden. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stieg er wortlos auf sein Mopped und verschwand.
Unser Fundi (gelernter Handwerker) Ouma hatte sofort verstanden wie das zu ändern war. Also pendelte er zwischen Regenrinne und Fundamentblöcken und leitete zwei Arbeitsbereiche gleichzeitig. Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten. So haben wir dann die Blöcke eingemessen, die für die späteren Raumgrößen verbindlich sind.

IMG_8376

Zwischenduch werden die Schubkarren gewartet

Am Freitag mussten wir Dominik morgens zum Bus bringen, da heute Abend sein Flug nach Hause geht. Der erste Monat ist rum. Das ging wirklich schnell. Als ich dann zur Baustelle kam, waren die Arbeiter ungewöhnlich ruhig. Dominik hat mit seiner lockeren und persönlichen Art zu einer entspannten Stimmung beigetragen, so dass sie seine Abreise bedauern.

 

IMG_8323Domink mit Michaels Mutter Theodora. Sie freut sich immer riesig, wenn sie uns sieht. Ihrem Vater gehörte ursprünglich das Grundstück, auf dem wir jetzt bauen. Sie hat als Familienälteste das Grundstück gegeben und freut sich sehr, dass sie damit das Projekt unterstützen kann. Ihr größter Wunsch ist es zu erleben, dass das Projekt begonnen wird.

Ich verließ die Baustelle gegen Mittag, um mit Michael nach Siaya zu fahren. Er fuhr weiter nach Kisumu, weil er morgen an der Uni eine Prüfung hat. Die Fahrt dort hin – das ist die einzige Stadt im Umkreis von 70 km – wollte er nutzen, um für die Baustelle Schalungsanker zu kaufen. Dinge, die etwas spezieller sind, bekommt man in Siaya nicht.

Ich habe mich in der Zeit auf die Suche nach geeigneten Stahlteilen für die Lehmrammen gemacht. Die normalen Schlosser hatten nur leichte Profile, so dass ich dann bei Schrotthändlern nach geschaut habe. Einer hatte tatsächlich ein Stahlprofil, das wir abgesägt und zusammen geschweißt, sowie mit einem Griff versehen haben. Dann noch einen guten Preis aushandeln…

Seit einer Woche wird hier nachts getrommelt, so dass wir alle wenig schlafen. In der Nachbarschaft sind mehrere Leute gestorben. Daher gibt es eine große Feier nach der Anderen.

Auf Grund dieser Feiern erschienen einige der Mitarbeiter heute müde und angetrunken auf der Baustelle. So war wieder eine Verwarnung fällig. Weiter haben wir die Blocks zur Fundamenterhöhung vermauert und den Mutterboden zwischen den Fundamenten ausgegraben. Gegen 3 Uhr setzte Regen ein. In einem letzten Endspurt von dem Wochenende haben wir dann die letzten Blöcke der hinteren Außenecke gesetzt.

Wir haben überlegt, einen zweiten Fundi einzustellen, so dass das gesamte Team in zwei Gruppen aufgeteilt werden kann und die Fundies ihre Leute in Schwung halten. Oumar kennt jemanden den er empfehlen kann und am Montag mitbringt.

Sonntag ist frei
Gegen Mittag kamen bei mir Grippesymptome auf. Da Malaria die gleichen Symptome hat, fuhr ich nachmittags zum Bluttest in ein Krankenhaus, der aber negativ ausfiel. Der Arzt meinte, dass es dann doch eine Grippe sei. Ich glaube aber eher, dass ich mir am Samstag Abend den Magen mit Pommes Frites in einem Restaurant verdorben habe. Sonst habe ich die Pommes auf der Strasse gegessen, wo immer vor gewarnt wird, aber da ist nie etwas passiert.