Volle Akzeptanz der Bevölkerung

16.11. – 22.11.2015

In die Fundamentgräben haben wir den letzten Hardcore eingebaut, das Schutzdach für den Ofen fertig gestellt, sowie die Schalung solide aufgebaut.  Aus der letzten Stampfaktion haben wir ja gelernt. Morgen können wir betonieren und Lehm stampfen.

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Es hat die ganze Nacht durchgeregnet. 10 Stunden lang. Ich habe es aber geschafft, mit dem Motorrad zum Grundstück zu kommen, ohne stecken zu bleiben. Das ist schon ein Privileg auf dem Weg zur Arbeit eine feine, anspruchsvolle Offroadstrecke zu fahren zu können, die sich täglich ändert. Dafür zahlen andere viel Geld. Es ist tatsächlich jeden Tag eine neue Herausforderung mit dem Motorrad durch den Schlamm zu kommen.

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Auf dem Grundstück ist es eine Schlammschlacht. Trotzdem haben wir begonnen, die Fundamente für das zweite Gebäude zu betonieren.

Der Boden ist so weich und die Räder der Schubkarren so schmal, dass sie ständig einsacken und wegrutschen. Trotzdem geht die Arbeit gut voran. Unsere Leute sind ganz gut motiviert. Parallel dazu haben wir den zweiten Pfeiler für den Backofen gestampft. Durch den Regen sind Erde und Sand viel feuchter als am Samstag, so dass das Stampfen ganz anders ist. Der Wassergehalt ist zu hoch. Das hat sich auch an ein paar Rissen gezeigt. Der Ofenbau hat sich als ein gutes Lehrstück, an dem wir alles Mögliche ausprobieren können, herausgestellt. Klein und überschaubar und mit geringfügigen Konsequenzen, wenn etwas schief geht.

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Lehm mixen                                                                          Das Flechtwerk für den Ofen

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Lehmtests                                          Die fertige Platform, auf der der Ofen gebaut wird

Wir haben einen Status höchster Akzeptanz des Projektes bei der Bevölkerung und den Mitarbeitern erreicht.
Fast täglich kommen Leute um nach Arbeit zu fragen. Viele grüßen mich mit Namen. Michael meinte, dass ich jetzt unter dem persönlichen Schutz der Mitarbeiter stehe. Alle verfolgen die Lehmarbeiten sehr interessiert und jeder möchte mithelfen.
Auch der Baustelle wurde noch nicht ein einziges Teil gestohlen. Selbst wenn mal Kleinteile wie Zange, Schraubendreher, Taschenmesser nicht eingeschlossen werden, liegen sie am näcsten Morgen im Regal.
Unser Künstler Colman hat selber Testlehmkugeln angefertigt und zu meinen gelegt. Ich denke, mehr kann man nicht erwarten

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Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten des zweiten Schulgebäudes. Die Bau der Fundamente geht viel schneller als bei dem ersten Gebäude. Das Team ist jetzt eingespielt und wir haben jetzt drei Fundis, d.h. gelernte Handwerker, die die Mannschaft quasi in drei Gruppen unterteilt und besser organisiert haben.

Was mir noch Kopfschmerzen bereitet sind die Wandanker, die wir für die Schalung der Stampflehmwände benötigen. Nach viel Recherche liegt mir ein teures Angebot aus Dar-es-Salam in Tansania vor. Die Händler in Nairobi antworten nicht auf meine mails. Mit Bernhard habe ich auch lokale Lösungen, sprich mit Materialien, die es hier gibt, diskutiert. Vielen Dank an Bernhard, der sich mit zahlreichen Zeichnungen und intensivem Mailverkehr sehr eingebracht hat. Aber es gibt hier nur leichte Stahlprofile, die die hohen Kantenpressungen, bzw. Kerbkräfte nicht aushalten würden. Im Grunde ist hier alles was man an Materialien bekommt von leichter, bzw. schlechter Qualität. Handsägen, z.B. werden hier als beste deutsche Qualität angepriesen, die bei uns das Billigste im Baumarkt und im Grunde schlecht sind.

 

Samstag ist Zahltag. Habe dafür alles organisiert, das heißt Geld geholt und auch in kleine Scheine wechseln lassen, sowie auch nach ein paar Materialien im Ort gesucht. Es ist sogar schwierig ein verzinktes Stahlrohr zu bekommen.

Kaum war ich auf der Baustelle angekommen, zog ein schweres Unwetter, das noch stärker als das letzte war. Wieder stand die Baustelle unter Wasser. Eine ganze Reihe frisch gemauerter Blocks wurde weggespült. Wir haben sie mit dem letzten Haufen Mörtel neu versetzt, dann die Leute bezahlt und nach Hause geschickt.

 

 

 

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