Trenntoiletten vom „Hand in Hand Fond“

23. – 29.11.2015

Montag. Zunächst gab eine Enttäuschung, denn einer der Arbeiter erschien nicht zur Arbeit. Gerade der, der immer singt und künstlerisch begabt ist, dass ich ihm am Samstag angeboten hatte, den Ofen zu gestalten. Michael wollte ihm, wie wir es angekündigt hatten, direkt kündigen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das nicht passte. So habe ich ausrichten lassen, dass ich ihn sprechen möchte. Nachmittags kam er dann auch, so dass das Problem gelöst werden konnte. Seine kleine Schwester wurde nachts krank, die Mutter ist bei Verwandten. Er brachte sie morgens früh ins Krankenhaus und hatte nur gedacht, dass es jetzt zu spät sei, auf die Baustelle zu kommen. An das Abmelden hatte er nicht gedacht. Nach kurzer Erläuterung gelobte er Besserung. So gibt es hier manchmal auch noch erzieherische Aufgaben.

Der Lehm der Ofenplatte ist etwas abgetrocknet, so dass wir heute mit dem Bau des eigentlichen Ofens beginnen können.

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Erst den Sand als Schalung aufhäufen und schön profilieren. Dann haben wir Lehmbälle hergestellt und Reihe um Reihe an den Sand angefügt. Die Zeitung dazwischen dient als Trennung zwischen Sand und Lehmbällen, um eine Vermischung zu verhindern.

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Zunächst habe ich die Lehmbälle gemeinsam mit unserem Vorarbeiter Michael Aput verlegt. Nach dem Mittag musste ich nach Siaya um das Ofenrohr zu organisieren. Als ich wieder zurück war, hatte er den Ofen fast fertig gestellt. Auf meine Frage: „Are you still happy?“ antwortete er strahlend: „This is my place:“

Im Moment halten wir uns mit Kleinarbeiten hier und da über Wasser. Es fehlen 500 Blocks zu aufmauern. Die hatte ich schon letzte Woche bestellt. Da sagt der Baustoffhändler Josef, dass sein Lkw zu groß für 500 Blocks sei und warum ich denn nicht einfach 500 aufschlage, das sei doch viel wirtschaftlicher. Ich erwiderte, dass ich nur das bestelle, was ich auch brauche. Damit war das Thema für mich erledigt. Josef hat aber noch keine Lieferung veranlasst, sondern noch 3 -4 Mal nachgefasst, weil es für IHN wirtschaftlicher ist 1000 Blocks statt 500 zu liefern. Nach viel hin und her hat er dann die Lieferung aus Kisumu veranlasst. Dieser Lkw kam gestern in einen Police- check und wurde wegen Überladung stillgelegt. Josef musste dann heute zum Gericht nach Kisumu. Er hat dann bei einem Kollegen 500 Blocks für uns geordert. Aber dieser Lkw war bis heute Abend noch nicht angekommen.

Morgen werden wir mit den Trenntoiletten anfangen. Die Aufbauten werden wir mit handgepatzen Lehmsteinen und Lehmmörtel herstellen. Das reduziert die Baukosten und schafft Arbeit.Wir haben zwei Fachleute für das Herstellen der Lehmsteine in der Mannschaft, die ihr Fachwissen einbringen können. Gemeinsam haben verschiedene Mixturen ausprobiert und den Wassergehalt reduziert, um die Rissbildung möglichst gering zu halten. DIe Trenntoiletten werden von „Hand in Hand Fond“ mit 2.500 € finanziert.

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Noch immer warten wir auf die Blocks. Michael und ich wechseln uns ab, Josef anzurufen. Gestern versprach er, heute Morgen ganz früh zu liefern. Heute hieß es dann kommt gleich. Die Lieferung kam dann endlich, als unsere Mannschaft bis auf zwei Leute bereits gegangen waren. Wir werden ein ernstes Gespräch führen. Ich bin nicht bereit solche Spielchen mitzumachen. Die Blocks hatte ich vor einer Woche bestellt.

Wir haben mit den Fundamentgräben für die Trenntoiletten begonnen. Heute habe ich endlich zwei verzinkte Rohre bei einem Schrotthändler gefunden, die wir als Stiele für die Erdrammen nehmen können.

Mittlerweile bin ich mit einer größeren Zahl Firmen in Nairobi in Kontakt, aber keine führt diese Wandanker.

Zu Hause haben wir heute den zweiten Tag kein Wasser. Das Regenwasserfass ist auch schon leer und die anderen Reserven ebenfalls. Hier hat jeder ein Fass mit 50 l Wasser in der Küche stehen, aber irgendwann sind die auch aufgebraucht.

Den Ofen haben wir heute mit einer Wärmedämmung aus einem langen Gras, mit dem sonst die traditionellen Häuser gedeckt werden, versehen. Dieses Gras ist lang und hohl ähnlich wie unser Stroh. Die Wärmedämmung dient dazu, die Hitze beim Backen im Ofen zu halten und so den Brennholzverbrauch zu reduzieren.

Ansonsten gingen die Arbeiten an den Trenntoiletten und mit dem Verlegen der gestern gelieferten Blocks weiter. Außerdem produzieren wir weiter Lehmsteine.IMG_8724

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Das Verlegen der Blocks haben wir heute abgeschlossen. Für die Fundamente der Trenntoiletten haben wir die Bewehrungseisen vorbereitet und die Fundamentgräben ausgeschachtet.

Der Ofen trocknet langsam, da es sehr feucht ist. An manchen Tagen ist der Himmel komplett grau und es ist kalt. Meistens lösen sich die Wolken erst am späten Vormittag.

 

Auf Grund der Kritik, die ich über die Art, wie ich den Blog schreibe, erhalten habe, möchte dazu etwas Grundsätzliches sagen.

Auch wenn ich von alkoholisierten Arbeitern geschrieben habe und das ich gewisse Ansagen machen musste, habe ich großen Respekt vor allen Arbeitern und behandle sie entsprechend wertschätzend. Die Situation auf der Baustelle hat sich sehr zum Positiven geändert. Es sind keine weiteren Ausfälle wegen Alkohol vorgekommen. Wir haben eine sehr gute Stimmung und alle sind sehr engagiert. Diejenigen, die ihr Fachwissen einbringen können, freuen sich und bringen sich eigenverantwortlich ein. Außerdem gibt es noch weitere Anzeichen, wie sehr sich unsere Mitarbeiter mit dem Projekt identifizieren:

Letzten Sonntag kam Michael mit Besuch zur Baustelle. Zwei Mitarbeiter, die in Sichtweite auf der anderen Hangseite wohnen, nahmen dies aus der Ferne wahr. Sofort kamen sie zum Grundstück um zu prüfen, wer sich auf unserer Baustelle rumtreibt.

Das zeigt uns sehr deutlich, wie sehr die Mitarbeiter sich mit dem Projekt engagieren.

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Die Bewehrungskörbe für die Toilettenfundamente sind gebogen. Die Fundamente werden zum Wochenende betoniert, so dass wir am Montag darauf aufmauern können.

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