New year

28.12. – 03.01.2016

In der Nacht kam wieder Wasser. Also habe ich heute vor dem Frühstück erstmal den Wassertank aufgefüllt. Es kam eine ziemlich braune Brühe, die aber nach Chlor riecht. Das Braune ist nur Erde, die sich im Fass absetzt. Und schon hat man sauberes Wasser. Für mich relativieren sich angesichts solcher Umstände viele Probleme von zu Hause.

Mein Mopped blieb heute auf halbem Weg zur Baustelle liegen, so dass ich mich später von einem Moppedtaxi (Boda Boda) nach Siaya schleppen ließ um es zu reparieren. Es dauerte zwar den halben Vormittag, hatte aber nur eine kleine Ursache.
Auf der Baustelle konnten wir heute zunächst nicht richtig arbeiten, da es in der Nacht sehr viel geregnet hatte und alles sehr matschig war.
Nachmittags haben wir angefangen das erste Waisenhaus- Gebäude einzumessen.

Das Einmessen der Wohneinheit war eine echte Herausforderung, da dieses Stück des Grundstücks eine relativ starke Neigung hat. Gegen Mittag war es geschafft und das Ausschachten begann. Der Boden in diesem Stück ist viel härter als in den oberen Bereichen.

Mit Ouma, Michael Aput und Anthony (der Bauingenieur) habe ich die  Erfahrungen und die Handhabung der Schalung und das Lehmrammen diskutiert und beschlossen, die Elemente zu verkleinern um sie leichter zu machen. Das kenianische Holz ist wesentlich schwerer als unseres. Beim Ausschalen hatte ich wirklich Angst, jemand würde sich verletzen.

 

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Die Umbauarbeiten laufen. Das dauert natürlich, weil wir aus dem vorhandenen Konzept ein Neues entwickeln müssen. Dazu gehören auch einige Diskussionen. Das läuft alles sehr partnerschaftlich und auf Augenhöhe ab.

Die Fundamentgräben wurden heute fertig.

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Links seht ihr die sebst gebaute Prüfform für die Ermittlung der Mörtelkonsistenz. Die rechten Teile sind Prüflinge aus Lehm und Sand um das Schwindmass und die Rissbildung zu ermitteln.

Eine kleine Mannschaft wollte am Neujahrstag arbeiten. Ganz vorne mit dabei unser Vorarbeiter Michael Aput und der neue Mann Anthony Oudo. Er ist Bauingenieur und hat sich als normaler Arbeiter beworben. Als er sich vorgestellt hat, war er extrem aufgeregt. Wir haben uns zunächst eine Weile unterhalten. Dabei stellte sich heraus, dass er in Afrikas größtem Flüchtlingslager Dadaab bereits mit Lehm gearbeitet hat, allerdings mit gepressten Lehmsteinen und unter Zusatz von Zement. Er hat ein umfangreiches Fachwissen und eine angenehme Persönlichkeit. So habe ich ihn sofort eingestellt. Er hat sich schnell und problemlos in das Team eingefügt und hat nach ein paar Tagen die Gruppenleitung übernommen. Ich empfinde ihn als sehr angenehmen Mitarbeiter.

Der Umbau der Schalung ist eine weitere Herausforderung und hat heute den ganzen Tag in Anspruch genommen. Es war gut, heute nur ein kleines Team auf der Baustelle zu haben, so dass wir uns auf die Schalung konzentrieren konnten. Abends war dann alles soweit auf- und ausgerichtet, dass wir morgen mit dem Lehmeinbau beginnen können. Ich habe ebenfalls bei der Schalung mitgeholfen und parallel Lehmmörtel getestet, um in der nächsten Wochen mit dem Vermauern der Lehmsteine am Toilettengebäude zu beginnen.
Der Nachteil beim Lehmbau ist, dass es immer eine gewisse Vorlaufzeit benötigt, bevor man beginnen kann. Dazu gehören Tests zur Beurteilung und das Einweichen, genannt Mauken.
Bei dem Lehmeinbau stellte sich dann heraus, dass die Schalung noch etwas nachgezogen werden musste, da sie etwas auseinander gegangen war. Wir arbeiten zunächst an einem kleinen Gebäude, dass zunächst als Lager und später als Lehrerzimmer genutzt wird, bevor wir die Klassenräume beginnen. Das hat sich wieder einmal mehr als guten Start erwiesen.

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Zum Jahreswechsel möchte ich noch persönlich etwas zu dem Projekt mitteilen. Der Fokus liegt jetzt hier bei der Baustelle und was wir jeden Tag machen. Um  diese Baustelle überhaupt zu ermöglichen, hat es sehr viel Vorbereitung gebraucht. Angefangen über Vorgespräche, Konzeptplanungen, öffentliche Veranstaltungen, Anträge stellen und vieles mehr. Dafür bedanke ich mich bei allen Mitgliedern und Unterstützern, die bei den verschiedenen Aktionen mitgeholfen haben. Ganz vorne dabei Susanne Koschewski, unsere 2. Vorsitzende. Ohne ihr umfassendes Engagement und der Anderen wären wir noch lange nicht soweit. Viele Aktionen wurden in Hennef und Umgebung durchgeführt, die sie federführend geleitet hat. Dazu gehören die Teilnahme an Weihnachtsmärkten, Afrikatage in Köln, Stadtfest, Gala bei Lars Stallnig, plus Vor- und Nachbereitung, um nur ein paar zu nennen.
Hier in Kenia sind wir rund 20 Arbeiter, die das Projekt schultern. So schaffen wir es, recht große Dinge auch ohne Maschinen zu bewegen. In Hennef dagegen ist die Anzahl der Schultern noch zu gering – zu viel lastet bei Susanne. Ich bitte daher diejenigen, die den Blog verfolgen und denen das Projekt gefällt, sich mit einer kleinen ZEITspende zu beteiligen. Die Art der Arbeit und den Umfang kann entsprechend eurer Fähigkeiten und Wüschen besprochen werden. Das Kontakttelefon: 02242 – 873275.

Vielen Dank und alles Gute für 2016!

IMG_9389 Blick auf die Baustelle vom gegenüber liegenden Hang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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