11. – 17.01.2016

Die Ramm- und Umbauzeiten werden langsam von Abschnitt zu Abschnitt besser. Ein relativ großer Wandabschnitt war heute in vier Stunden fertig gestellt. Die Oberflächen sehen recht gut aus. Die Fugen der Schalungsbretter zeichnen sich zwar ab, aber dies ist der lokal gebauten Schalung geschuldet.

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Colins sagte nach dem Ausschalen: „ We are proud of what we are doing!“ und alle anderen strahlten.

Donnerstag Nachmittag fuhren Michael und ich rund 25 km über zum Teil schlechte Erdpiste nach Gem in den Busch um jemanden zu besuchen, der Bambus anbaut. Es handelt sich um einzige Plantage mit südostasiatischem Bambus in Kenia. 18 verschiedene Arten und Größen werden hier angepflanzt. Wir sind auf der Suche nach Alternativen zu normalem Holz für die Dachstühle. Holz ist sehr teuer. Auch Stahlrohre sind nicht wesentlich preiswerter. Bambus hat die guten Eigenschaften, bei geringem Eigengewicht sehr tragfähig zu sein. Die Problematik liegt bei kraftschlüssigen Verbindungen, da die Stämme hohl sind. Es gibt low-tech Lösungen, die wir aber erst ausprobieren müssen. Bambus ist  deutlich preiswerter, allerdings müssen Tragwerke als sogenannte Zangenkonstruktionen ausgeführt und entsprechend verbunden werden.

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Das bedeutet, dass mehrere Profile parallel verlaufen und mehr Material notwendig ist. Das werden wir jetzt analysieren und dann entscheiden.

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Im Blog hat eine Bauingenieurin ihre Anerkennung über unsere Arbeit hinterlassen. Dieses Lob habe ich heute Morgen an die Mitarbeiter weitergegeben. Sie haben sich sehr gefreut und sich bedankt.

Für die Trenntoiletten habe ich heute Holz für den Dachstuhl, Wellblech, Regenrinnen und die entsprechenden Kleinteile gekauft. Das Aussuchen des Holzes war langwierig und teuer. Langwierig, weil man die Kanthölzer sehr genau aussuchen muss, weil es viele Beschädigungen und verzogene Profile gibt. Beim Warten ist mir wieder einmal mehr aufgefallen, wie hier gearbeitet wird. Viele Menschen arbeiten 7 Tage pro Woche, von 9 bis 21 Uhr. Es wird wirklich viel gearbeitet, aber es ist immer auch Zeit für ein Schwätzchen und für Lachen. Auch ich als „Mzungu“ werde immer wieder mit einbezogen. Und das macht für mich den entscheidenden Unterschied: Es wird viel gearbeitet, aber es gibt wenig Stress. Den Anderen wahrzunehmen und zu grüßen ist hier elementar wichtig. So kommt man fast überall sehr leicht auch mit Fremden ins Gespräch.
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Für diagonale Abstützung haben wir jetzt Stahlrohre, die gelenkig an den  Holzpfosten befestigt sind. Dies erleichtert das Ausrichten und den Umbau der Schalung. Die Winkel sind aus alten Winkelprofilen gesägt, die wir noch hatten. Die Schrauben habe ich bei einem Schrotthändler in Jua Kali organisiert. Das war großes Glück, denn solche Schrauben sind in Siaya kaum erhältlich. Und preiswerter als Neue waren sie auch. Etwas rustikal, aber es funktioniert.

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Die letzten Wochen waren überwiegend ohne Regen. Es wurde immer heisser, so dass jeder dachte, dass dieser lange Regen endlich vorbei ist. Aber heute hat er sich zurück gemelde, so dass wir die Gebäude abdecken und die Arbeit unterbrechen mussten. Die Zeit von November bis Februar ist normalerweise die Trockenzeit.

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Daher haben wir ein temporäres Schutzdach gebaut, um vor Regen und Sonne geschützt die Erde sieben und mischen zu können. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird es ab und an anderer Stelle als Lager und Abstellraum wieder aufgebaut.

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