Die erste Woche in Siaya

Der Flug nach Nairobi war ruhig. Wir übernachteten in einem kleinem Hotel in einer etwas verwegenen Strasse. Nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Easy Coach nach Siaya. Diese Fahrt dauert rund 9 Stunden und führt zum Teil durch schöne Landschaften wie das Rift Valley, vorbei am Lake Nakuru und durch die Teeplantagen von Kericho.
In Siaya warteten schon Michael, Julius und Cellestine auf uns.

In den ersten Tagen haben wir dann versucht, die Angelegenheit mit der Arbeitserlaubnis zu regeln. Das ist aber in Siaya nicht möglich, sondern muss in Kisumu beantragt werden.

Während dessen begannen wir die Baustelle einzurichten. Da wir mit Arbeitslosen Menschen arbeiten, mussten wir zunächst alle erforderlichen Gerätschaften kaufen und das Grundstück vom Grünzeug befreien. Zur Baustelleneinrichtung gehört auch der Bau einer Wellblechhütte, die als temporäres Lager und Unterstand für den nächtlichen Watchman dient.

 

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Die Anfrage bei dem Immigration Office in Kisumu brachte uns nicht weiter. Ein unfreundlicher und gelangweilter Beamter meinte nur, dass ich die normale Arbeitserlaubnis beantragen soll. Diese kostet jedoch umgerechnet 150 € pro Monat.
Michael sagt, dass sich in Siaya niemand für meinen Status interessieren wird. Jetzt bin erst mal illegal hier.

Für den 15.10. war die Grundsteinlegung mit dem Gouverneur vereinbart. Dafür war viel vorzubereiten. Das County Council hat eigene Festzelte für solche Veranstaltungen.
Es wurde eine gelungene Veranstaltung mit großen Interesse an der Lehm- Bautechnik und an den Fotos der deutschen Vereinsmitglieder. Jeden einzelnen sollte ich mit Beruf vorstellen. Die benachbarte Schule war mit Chor und traditionellen Instrumenten gekommen.  Sie eröffneten musikalisch das Programm. Anschließend spielten Dominik und ich mit den Gitarren gemeinsam mit der Gruppe.

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Michael hat sein ganzes Haus für uns geräumt, so dass ich mir im Eingangsbereich ein kleines Büro einrichten konnte, dass nachts auch als Garage für ein Motorrad dient.

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Hier spricht alles von El Nino, einem schweren Dauerregen, der zwei bis drei Monate dauern kann. Bisher hat es jeden Tag heftig geregnet. Zuerst nur Abends und nachts, aber jetzt fängt der Regen immer füher an. Wenn das so bleibt, kann dieses Wetter uns ziemliche Probleme bereiten

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Unser Baugrundstück mit der neuen Wellblechhütte während ein Gewitter aufzieht

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6 Gedanken zu „Die erste Woche in Siaya“

  1. Jambo Heiko,
    da hab ich gedacht die Probleme, die wir in Kamerun vorgefunden haben, wären riesig gewesen!? Aber das, was Euch dort jetzt passiert, ist ja fast wie ‚Weltuntergang‘! Dagegen war unsere Arbeit in Kamerun ja wie ein ‚Kinderspiel‘.
    Alle Hochachtung für Deine Arbeit dort!! Ich wünsche Dir ein paar trockene Tage, wenig Stress und viel Gesundheit, auf dass wir uns im Januar/Februar ‚fit‘ und gesund wiedersehen.
    Kwaheri Karsten

    1. Danke, Karsten. Es ist zwar anstrengend, aber ich fühle mich noch nicht gestresst. An die Unzulänglichkeiten gewöhnt man sich schnell.
      Wenn permanet der Strom ausfällt, oder wie heute, es den ganzen Tag kein Wasser gibt. Es ist halt so. Man arrangiert sich damit.
      Aber da wir eine gute Mannschaft sind, gibt es von allen Seiten immer wieder Ideen, wie wir Probleme beheben können. Unsere Leute sagen immer :“We are together!“

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