Wandanker und Schalung

07. – 13.12.2015

Der Bau der Toiletten geht weiter. Mittlerweile haben wir 1.600 Lehmsteine für den Toilettenaufbau geformt. Das ist eine Versuchs- und Kostensparmassnahme. Die Aufbauten kosten uns nur Sand und Arbeitslohn. Das wird ziemlich preiswert. Um die Lehmsteine mit Lehmmörtel zu vermauern muss der Lehm auf die richtige Konsistenz geprüft werden. Dazu benötige ich eine Prüfform, die ich heute bestellt habe.

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Michael ist heute aus Dar-es-Salam in Tansania zurück gekommen. Da wir die Wandanker in Nairobi nicht bekommen haben, fuhr Michael nach Tansania, um sie dort zu kaufen. Ware, die ohne Begleitung verschickt wird, wird hoch versteuert, wenn sie überhaupt durchgelassen wird. Er ist dann alleine mit über 150 kg gereist. Dabei gab es in Mombasa 7 Stunden Verspätung, weil die Fähre defekt war.
Die Wandanker zu bekommen war ein Abenteuer für sich: Ein Weltkonzern, der u.a. mit Wandankern und Schalungsmaterial handelt und in Nairobi eine Niederlassung hat, hatte nichts auf Lagerund konnte uns nur wenige seiner Kunden nennen. Diese Wenigen antworteten entweder nicht, oder hatten die angefragten Anker nicht. Es gab nur ein Angebot aus Dar-es-Salam in Tansania! Da der Transport sehr teuer war und der Zoll ein Problem ist, fuhr Michael mit dem Bus hin. 1.500 km pro Weg. Wobei 1.500 km in Afrika wie 3.000 km in Europa zu verstehen sind. Das sind zwei Tage Fahrt pro Weg! Auf dem Rückweg musste er dann beim Zoll Kitu kidogo bezahlen. Ein Schmiergeld, denn sonst wäre noch viel teurer und langwieriger geworden.

Heute war quasi vorgezogene Bescherung. Es war echt so. Wir haben wie die Kinder die Pakete mit den Wandankern geöffnet und uns über diese paar Stahlteile riesig gefreut.

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Ansonsten laufen die normalen Arbeiten wie Untergeschosswände der Toiletten mauern, Baustelle aufräumen, Lehm mischen…

Alles läuft normal, ohne besondere Vorkommnisse und alles wartet auf die Schalung. Bei dem Tischler bin ich jetzt ziemlich häufig. Der Erklärungsbedarf der Zeichnungen ist ziemlich hoch, weil er so etwas noch nicht gemacht hat. @Bernhard: Danke für Deine Zeichnungen. Sie sind ziemlich gut!

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Der Tischler, der auch Bernhard heisst, hat zwar die Zeichnungen verstanden, wird aber einfach nicht fertig. Er arbeitet zwar dran, hat aber immer weitere Fragen, verspricht kurzfristig zu liefern und liefert dann doch nicht. Dann benötigen wir noch verschiedene Kleinteile, die so einfach nicht zu finden sind und separat anzufertigen sind. Das ist immer sehr aufwendig.

Auf der Baustelle halten wir uns mit verschiedenen Arbeiten hin: Ouma fertigt die Urin- Einlauftrichter für die Trenntoiletten vor. Die Fliesen werden trapezförmig zugeschnitten und dann als verlorene Schalung in die Form eingelegt und einbetoniert. Diese Trichter werden dann vor dem betonieren der Toilettendecke auf die Schalung aufgesetzt und einbetoniert.

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Als ich etwas frustriert vom Tischler zurück kam, fand ich die Arbeiter total enttäuscht vor. Sie wollen endlich mit den Wänden anfangen. Wir haben dann gemeinsam den Ofen mit einem Unterputz versehen. Das wurde eine große und kurze Aktion. Alle wollten sich beteiligen. Anschließend war dann auch die Stimmung wieder besser.

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Donnerstag. Vor einer Woche wollte der Tischler liefern. Ich fuhr mehrfach zu seinem Workshop. Gegen Mittag war er fast fertig. Nur die Löcher fehlten noch. Er begann sie einzumessen, hatte aber nicht den richtigen Bohrer. Also fuhr ich zurück zur Baustelle um unseren Bohrer zu holen. Dann stellte er fest, dass Differenzen mit den Kanthölzern von 1 inch = 2,5 cm (!) gab. Er meinte, wir können die Bohrlöcher versetzen. Das habe ich aber abgelehnt. Der Chef selber war nicht erreichbar. Seine Mitarbeiter sprechen so gut wie kein Englisch und mein Kiswahili ist noch zu begrenzt, um technische Zusammenhänge zu erläutern. So langsam stieg ziemlicher Ärger in mir auf. Das kam auch trotz Sprachbarriere ziemlich klar rüber. Ich habe angeordnet, dass die Kanthölzer entfernt werden. Das Einmessen werde ich dann gemeinsam mit ihm machen.
Auf der Baustelle habe ich in Absprache mit Ouma und Michael umdisponiert.

Die Zeit ohne Schalung habe ich genutzt, eine Reihe von Angeboten für Türen, Stahlfenster, Verglasung, Holz und Wellblech einzuholen. Bis Ende des Jahres muss ich noch das restliche Geld von der ersten Mittelanforderung ausgeben. Kostenmäßig sieht es gut aus. Da wir ohne Bauunternehmung, sondern alles mit eigenen Leuten machen, konnten wir viel Geld sparen. Unsere Mitarbeiter waren alle arbeitslos und haben so für die Bauzeit einen Job. Das Konzept geht auf.
Weil die Lehmbautechnik und der Ofenbau hier nicht bekannt sind, haben wir schon öfter Jokes gemacht; dass diese Baustelle eine „Research Site“ ist ….abgekürzt „RS“. Das ganze hat sich dann mit viel Spaß von Tag zu Tag weiter entwickelt, über „RC“….“Research Centre“ bis hin zu „RCC“….“Research Centre Community“. Das kam alles von den Mitarbeitern. George Omundi will es auf den Schuppen malen. Die Botschaft dahinter ist erneut: Das ist unser RCC, unsere Baustelle.

Heute wurde dann endlich der erste Teil der Schalung geliefert, nachdem der Tischler sich über eine Woche verspätet hat.

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Zwischendurch erhielten wir Besuch von Fr. George, der von dem Konzept  begeistert ist. Wir sind  überkonfessionell, nehmen aber die Unterstützung von der Kirche gerne an.

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Wir bekamen auch Beuch von Mzee Oloo, der von der Bevölkerung gewählt wurde, sich ehrenamtlich um Sozialfälle wie Waisen und alleinstehende Menschen mit Kindern in schwierigen Verhältnissen zu kümmern. In seinen Papieren sind solche Fälle registriert. Sein Besuch bestätigt die Akzeptanz.

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Teamwork

30.11. – 06.12.2015

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Die Streifenfundamente der Toiletten sind fertig gestellt. Um die Baukosten zu senken, haben wir keinen Betonboden eingebaut, sondern einen Lehmboden gestampft. Hier entstehen 7 Trenntoiletten und 1 Bad.

IMG_8780 IMG_8775 IMG_8774 IMG_8772Das Mauerwerk wurde begonnen. Dazu verwenden wir die gebrannten Ziegel, die jedoch alle in der Qualität unterschiedlich sind. Sie sind so stark unterschiedlich, dass Ouma ihnen nicht traut und unbedingt an den Ecken Betonpfeiler als Auflager konstruieren will.

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Die Lehmsteine werden normalerweise in Stapeln zu 10.000 Stück mit Abstand aufgestapelt und abgedeckt. Dann wird in den Schächten für mehrere ein Feuer entzündet. Die inneren Steine werden in der Regel sehr heiß gebrannt und sehr fest. Die Äußeren bleiben jedoch weich.
Die weiteren Arbeiten sind zurzeit unspektakulär: Es wird umgegraben, Lehm gemischt und ausgeschachtet.

Um umweltschoned zu bauen, werden wir die Steine nicht brennen, sondern mit Lehmmörtel vermauern und mit Lehmputz verputzen. Um eine höhere Druckfestigkeit zu erzielen, haben den Lehm mit Sand gemischt und die Wassermenge gegeüber der traditionellen Bauweise, reduziert.

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Der Weg (links) und die Zufahrt zum Grundstück (rechts) sind nach wie sehr schlecht, obwohl wir schon an der Verbesserung der Zufahrt gearbeitet haben.

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Und wieder zieht ein Gewitter auf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Trenntoiletten vom „Hand in Hand Fond“

23. – 29.11.2015

Montag. Zunächst gab eine Enttäuschung, denn einer der Arbeiter erschien nicht zur Arbeit. Gerade der, der immer singt und künstlerisch begabt ist, dass ich ihm am Samstag angeboten hatte, den Ofen zu gestalten. Michael wollte ihm, wie wir es angekündigt hatten, direkt kündigen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das nicht passte. So habe ich ausrichten lassen, dass ich ihn sprechen möchte. Nachmittags kam er dann auch, so dass das Problem gelöst werden konnte. Seine kleine Schwester wurde nachts krank, die Mutter ist bei Verwandten. Er brachte sie morgens früh ins Krankenhaus und hatte nur gedacht, dass es jetzt zu spät sei, auf die Baustelle zu kommen. An das Abmelden hatte er nicht gedacht. Nach kurzer Erläuterung gelobte er Besserung. So gibt es hier manchmal auch noch erzieherische Aufgaben.

Der Lehm der Ofenplatte ist etwas abgetrocknet, so dass wir heute mit dem Bau des eigentlichen Ofens beginnen können.

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Erst den Sand als Schalung aufhäufen und schön profilieren. Dann haben wir Lehmbälle hergestellt und Reihe um Reihe an den Sand angefügt. Die Zeitung dazwischen dient als Trennung zwischen Sand und Lehmbällen, um eine Vermischung zu verhindern.

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Zunächst habe ich die Lehmbälle gemeinsam mit unserem Vorarbeiter Michael Aput verlegt. Nach dem Mittag musste ich nach Siaya um das Ofenrohr zu organisieren. Als ich wieder zurück war, hatte er den Ofen fast fertig gestellt. Auf meine Frage: „Are you still happy?“ antwortete er strahlend: „This is my place:“

Im Moment halten wir uns mit Kleinarbeiten hier und da über Wasser. Es fehlen 500 Blocks zu aufmauern. Die hatte ich schon letzte Woche bestellt. Da sagt der Baustoffhändler Josef, dass sein Lkw zu groß für 500 Blocks sei und warum ich denn nicht einfach 500 aufschlage, das sei doch viel wirtschaftlicher. Ich erwiderte, dass ich nur das bestelle, was ich auch brauche. Damit war das Thema für mich erledigt. Josef hat aber noch keine Lieferung veranlasst, sondern noch 3 -4 Mal nachgefasst, weil es für IHN wirtschaftlicher ist 1000 Blocks statt 500 zu liefern. Nach viel hin und her hat er dann die Lieferung aus Kisumu veranlasst. Dieser Lkw kam gestern in einen Police- check und wurde wegen Überladung stillgelegt. Josef musste dann heute zum Gericht nach Kisumu. Er hat dann bei einem Kollegen 500 Blocks für uns geordert. Aber dieser Lkw war bis heute Abend noch nicht angekommen.

Morgen werden wir mit den Trenntoiletten anfangen. Die Aufbauten werden wir mit handgepatzen Lehmsteinen und Lehmmörtel herstellen. Das reduziert die Baukosten und schafft Arbeit.Wir haben zwei Fachleute für das Herstellen der Lehmsteine in der Mannschaft, die ihr Fachwissen einbringen können. Gemeinsam haben verschiedene Mixturen ausprobiert und den Wassergehalt reduziert, um die Rissbildung möglichst gering zu halten. DIe Trenntoiletten werden von „Hand in Hand Fond“ mit 2.500 € finanziert.

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Noch immer warten wir auf die Blocks. Michael und ich wechseln uns ab, Josef anzurufen. Gestern versprach er, heute Morgen ganz früh zu liefern. Heute hieß es dann kommt gleich. Die Lieferung kam dann endlich, als unsere Mannschaft bis auf zwei Leute bereits gegangen waren. Wir werden ein ernstes Gespräch führen. Ich bin nicht bereit solche Spielchen mitzumachen. Die Blocks hatte ich vor einer Woche bestellt.

Wir haben mit den Fundamentgräben für die Trenntoiletten begonnen. Heute habe ich endlich zwei verzinkte Rohre bei einem Schrotthändler gefunden, die wir als Stiele für die Erdrammen nehmen können.

Mittlerweile bin ich mit einer größeren Zahl Firmen in Nairobi in Kontakt, aber keine führt diese Wandanker.

Zu Hause haben wir heute den zweiten Tag kein Wasser. Das Regenwasserfass ist auch schon leer und die anderen Reserven ebenfalls. Hier hat jeder ein Fass mit 50 l Wasser in der Küche stehen, aber irgendwann sind die auch aufgebraucht.

Den Ofen haben wir heute mit einer Wärmedämmung aus einem langen Gras, mit dem sonst die traditionellen Häuser gedeckt werden, versehen. Dieses Gras ist lang und hohl ähnlich wie unser Stroh. Die Wärmedämmung dient dazu, die Hitze beim Backen im Ofen zu halten und so den Brennholzverbrauch zu reduzieren.

Ansonsten gingen die Arbeiten an den Trenntoiletten und mit dem Verlegen der gestern gelieferten Blocks weiter. Außerdem produzieren wir weiter Lehmsteine.IMG_8724

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Das Verlegen der Blocks haben wir heute abgeschlossen. Für die Fundamente der Trenntoiletten haben wir die Bewehrungseisen vorbereitet und die Fundamentgräben ausgeschachtet.

Der Ofen trocknet langsam, da es sehr feucht ist. An manchen Tagen ist der Himmel komplett grau und es ist kalt. Meistens lösen sich die Wolken erst am späten Vormittag.

 

Auf Grund der Kritik, die ich über die Art, wie ich den Blog schreibe, erhalten habe, möchte dazu etwas Grundsätzliches sagen.

Auch wenn ich von alkoholisierten Arbeitern geschrieben habe und das ich gewisse Ansagen machen musste, habe ich großen Respekt vor allen Arbeitern und behandle sie entsprechend wertschätzend. Die Situation auf der Baustelle hat sich sehr zum Positiven geändert. Es sind keine weiteren Ausfälle wegen Alkohol vorgekommen. Wir haben eine sehr gute Stimmung und alle sind sehr engagiert. Diejenigen, die ihr Fachwissen einbringen können, freuen sich und bringen sich eigenverantwortlich ein. Außerdem gibt es noch weitere Anzeichen, wie sehr sich unsere Mitarbeiter mit dem Projekt identifizieren:

Letzten Sonntag kam Michael mit Besuch zur Baustelle. Zwei Mitarbeiter, die in Sichtweite auf der anderen Hangseite wohnen, nahmen dies aus der Ferne wahr. Sofort kamen sie zum Grundstück um zu prüfen, wer sich auf unserer Baustelle rumtreibt.

Das zeigt uns sehr deutlich, wie sehr die Mitarbeiter sich mit dem Projekt engagieren.

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Die Bewehrungskörbe für die Toilettenfundamente sind gebogen. Die Fundamente werden zum Wochenende betoniert, so dass wir am Montag darauf aufmauern können.

Volle Akzeptanz der Bevölkerung

16.11. – 22.11.2015

In die Fundamentgräben haben wir den letzten Hardcore eingebaut, das Schutzdach für den Ofen fertig gestellt, sowie die Schalung solide aufgebaut.  Aus der letzten Stampfaktion haben wir ja gelernt. Morgen können wir betonieren und Lehm stampfen.

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Es hat die ganze Nacht durchgeregnet. 10 Stunden lang. Ich habe es aber geschafft, mit dem Motorrad zum Grundstück zu kommen, ohne stecken zu bleiben. Das ist schon ein Privileg auf dem Weg zur Arbeit eine feine, anspruchsvolle Offroadstrecke zu fahren zu können, die sich täglich ändert. Dafür zahlen andere viel Geld. Es ist tatsächlich jeden Tag eine neue Herausforderung mit dem Motorrad durch den Schlamm zu kommen.

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Auf dem Grundstück ist es eine Schlammschlacht. Trotzdem haben wir begonnen, die Fundamente für das zweite Gebäude zu betonieren.

Der Boden ist so weich und die Räder der Schubkarren so schmal, dass sie ständig einsacken und wegrutschen. Trotzdem geht die Arbeit gut voran. Unsere Leute sind ganz gut motiviert. Parallel dazu haben wir den zweiten Pfeiler für den Backofen gestampft. Durch den Regen sind Erde und Sand viel feuchter als am Samstag, so dass das Stampfen ganz anders ist. Der Wassergehalt ist zu hoch. Das hat sich auch an ein paar Rissen gezeigt. Der Ofenbau hat sich als ein gutes Lehrstück, an dem wir alles Mögliche ausprobieren können, herausgestellt. Klein und überschaubar und mit geringfügigen Konsequenzen, wenn etwas schief geht.

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Lehm mixen                                                                          Das Flechtwerk für den Ofen

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Lehmtests                                          Die fertige Platform, auf der der Ofen gebaut wird

Wir haben einen Status höchster Akzeptanz des Projektes bei der Bevölkerung und den Mitarbeitern erreicht.
Fast täglich kommen Leute um nach Arbeit zu fragen. Viele grüßen mich mit Namen. Michael meinte, dass ich jetzt unter dem persönlichen Schutz der Mitarbeiter stehe. Alle verfolgen die Lehmarbeiten sehr interessiert und jeder möchte mithelfen.
Auch der Baustelle wurde noch nicht ein einziges Teil gestohlen. Selbst wenn mal Kleinteile wie Zange, Schraubendreher, Taschenmesser nicht eingeschlossen werden, liegen sie am näcsten Morgen im Regal.
Unser Künstler Colman hat selber Testlehmkugeln angefertigt und zu meinen gelegt. Ich denke, mehr kann man nicht erwarten

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Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten des zweiten Schulgebäudes. Die Bau der Fundamente geht viel schneller als bei dem ersten Gebäude. Das Team ist jetzt eingespielt und wir haben jetzt drei Fundis, d.h. gelernte Handwerker, die die Mannschaft quasi in drei Gruppen unterteilt und besser organisiert haben.

Was mir noch Kopfschmerzen bereitet sind die Wandanker, die wir für die Schalung der Stampflehmwände benötigen. Nach viel Recherche liegt mir ein teures Angebot aus Dar-es-Salam in Tansania vor. Die Händler in Nairobi antworten nicht auf meine mails. Mit Bernhard habe ich auch lokale Lösungen, sprich mit Materialien, die es hier gibt, diskutiert. Vielen Dank an Bernhard, der sich mit zahlreichen Zeichnungen und intensivem Mailverkehr sehr eingebracht hat. Aber es gibt hier nur leichte Stahlprofile, die die hohen Kantenpressungen, bzw. Kerbkräfte nicht aushalten würden. Im Grunde ist hier alles was man an Materialien bekommt von leichter, bzw. schlechter Qualität. Handsägen, z.B. werden hier als beste deutsche Qualität angepriesen, die bei uns das Billigste im Baumarkt und im Grunde schlecht sind.

 

Samstag ist Zahltag. Habe dafür alles organisiert, das heißt Geld geholt und auch in kleine Scheine wechseln lassen, sowie auch nach ein paar Materialien im Ort gesucht. Es ist sogar schwierig ein verzinktes Stahlrohr zu bekommen.

Kaum war ich auf der Baustelle angekommen, zog ein schweres Unwetter, das noch stärker als das letzte war. Wieder stand die Baustelle unter Wasser. Eine ganze Reihe frisch gemauerter Blocks wurde weggespült. Wir haben sie mit dem letzten Haufen Mörtel neu versetzt, dann die Leute bezahlt und nach Hause geschickt.

 

 

 

13 Mann – 6 Stunden

09.11. – 15.11.2015

Montag
Die Nacht war nicht gut. Ich bin nur zur Baustelle gefahren, um den neuen Fundi kennen zulernen. Dort warteten sechs neue Helfer und drei Fundis, um sich als neue Arbeiter zu bewerben.
Zwei unserer Mitarbeiter waren heute Morgen nicht erschienen. Es wurde berichtet, dass sie am Wochenende schwer getrunken hatten. Damit sind sie bei uns raus.

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Einer von ihnen ist der zweite Vorarbeiter, den ich am Samstag bereits verwarnt hatte.
Meinen Krankheitstag habe ich als Homeofficetag genutzt um herauszufinden, woher wir die Wandanker beziehen können. Alles nicht so einfach. Eine europäische Firma zum Beispiel, die in Nairobi eine Filiale hat, verfügt über keinerlei Lagerhaltung. Bestellt wird nur, wenn eine größere Menge zusammen gekommen ist. So überlegen wir jetzt alternative Möglichkeiten, die wir hier vor Ort anfertigen lassen können.

Von zwei Schlossern habe ich Angebote für die Spannanker angefordert. Morgen werden wir komplett mit den Fundamenten des ersten Gebäudes fertig. Mit Oumar und Michael Aput habe ich mich dann besprochen, wie wir weiter machen, da es mit dem Lehm noch nicht losgehen kann. Morgen werden wir das zweite Schulgebäude, sowie die ersten Trenntoiletten abstecken. Das Material habe ich entsprechend separat von dem BMZ- Projekt bestellt und soll morgen früh geliefert werden. Hoffentlich regnet es nicht. Heute Nachmittag zogen mehrere große Gewittergebiete auf.

 

11.11. Tataa!!! Karnevalsbeginn im Rheinland! Das fühlt sich hier ganz anders an, auch nicht nach November. Es wird hier immer zwischen 25 und 28 °C warm, trotz des täglichen Regens.

Heute Nacht hat es noch nicht geregnet, so dass wir vormittags die Materiallieferung für die Toiletten bekommen haben. Dieses Mal ohne Probleme.

Das Aufmauern auf die Fundamente haben wir heute abgeschlossen. Während der letzten Arbeiten haben wir das zweite Gebäude eingemessen und die Höhen nivelliert. Das war aufwändig und lange gedauert. Der Höhenunterschied ist recht groß. Daher werden wir die Bodenplatte zweimal abtreppen.

Nachmittags zog eine riesige Gewitterfront auf und es fing an zu regnen. Leute, so etwas habe ich noch nicht erlebt! Fast eine Stunde lang regnete es in einer Heftigkeit, die ich noch nicht kannte. Wir flüchteten alle in die Wellblechhütte. An Unterhalten war kaum zu denken, denn der Regen prasselte so stark, dass es einfach zu laut dazu war. Nach knapp einer Stunde  hatte der Regen die Baustelle in einen Pool verwandelt.

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Das war erst der Anfang

 

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Wir beeilten uns die Gerätschaften zu säubern und dann schnell nach Hause zu kommen, denn das nächste Gewitter zog bereits auf. Neben den Wegen hatten sich reißende Bähe gebildet. Kaum zu Hause angekommen, fing es erneut an und regnete die halbe Nacht.

Täglich wird im Fernsehen berichtet, wie die sonst trockenen Landesteile im Norden und Osten Kenias fast täglich überflutet werden.

6 Stunden – 13 Mann und die Fundamentgräben sind fertig.
Das Wasser war abgelaufen und der Boden sehr weich. Das ist nun für Heute ein Vorteil, denn wir schachten die Fundamentgräben für das zweite Gebäude aus. Heute wurde pro feet ausschachten abgerechnet und bezahlt. Die Arbeiter sind zufrieden.

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Ab morgen möchte ich mit Ouma und Michael Aput den Lehmofen anfangen und sie als mein Assistententeam einarbeiten.

Ein paar der Arbeiter war heute etwas müde, da sie gestern ihren Lohn direkt umgesetzt haben. Geplant war, die Erde , die vom Ausschachten neben den Gräben liegt zusammen zulegen, da wir sie später brauchen werden.
Es wurden dann wieder Sand, Ballast und Hardcore geliefert. Die Fahrer weigerten sich jedoch auf das Grundstück zu fahren, weil der Übergang etwas schwierig war. So mussten wir per Handarbeit die Auffahrt zunächst aufbereiten, in dem wir Hardcore und Ballast eingebaut haben. Dadurch hatten wir Zeitverlust und haben am Ofen nur etwas an der Schalung bauen können.

Zunächst haben wir die Schalung fertig gestellt. Um zu beschreiben, wie die gerammten Lehmwände gebaut werden, habe ich dies immer mit dem Betonieren von Wänden verglichen, bis ich heute herausgefunden habe, dass Ouma noch nie eine Wand betoniert hat und das, obwohl er bei großen Gebäuden in Nairobi beteiligt war.

Wir haben dann endlich die erste Wand gestampft. Das allgemeine Interesse war groß – wir hatten sogar Zuschauer. Während des Stampfens stellten sich ein paar Probleme mit der Schalung heraus. Das war ganz gut, denn so konnten wir gemeinsam diskutieren wie das Auseinanderdrücken beim nächsten Mal vermieden werden kann.

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Oh what a week!

Montag Morgen war starker und dichter Nebel. Das ist sehr ungewöhnlich und kündigt starken Regen an.
Die Betonarbeiten gingen weiter. Heute Morgen mussten wir bereits zu Arbeitsbeginn ein paar Warnungen aussprechen.
Zwei Arbeiter kamen zu spät. Einer davon war gestern angetrunken bei uns auf dem Grundstück erschienen. Ein weiterer rauchte

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Marihuana. Alle erhielten erste und letzte Warnungen. Im Wiederholungsfall wird ihnen sofort gekündigt.

Die Betonteile der Fundamente haben wir heute fertig gestellt. Vormittags versuche ich auf der Baustelle zwischen den Gesprächen die Rechnungen einzupflegen, das Bautagebuch zu schreiben und den Blog zu aktualisieren. Aber häufig geht das nicht, weil so oft unvorhergesehene Dinge mich davon abhalten.

Durch die Hanglage mussten wir die Fundamente abtreppen. Mit der Randschalung sind wir hier ziemlich eingeschränkt und können keine höheren Schalungen bauen wie bei uns. Daher werden die unteren Bereiche mit Betonsteinen ausgemauert und dann ausbetoniert. Der Lkw mit diesen Steinen sollte heute kommen, konnte aber auf Grund der vom Regen aufgeweichten Strassen die Baustelle nicht erreichen. Nachmittags regnete es so stark, dass wir früher aufhören mussten zu arbeiten.

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Oh what a day!

Die Erde und die Wege sind so aufgeweicht, dass wir nicht mit dem Motorrad fahren konnten. Mein meistgebrauchtes Kleidungsstück sind die frisch gekauften Gummistiefel. Damit schlidderten wir dann einigermaßen pünktlich zur Baustelle.

Da die Wasserbeschaffung recht teuer ist, habe ich heute entschieden, einen großen Wassertank zu kaufen um Regenwasser vom Schuppendach zu sammeln. Diesen Tank und die Regenrinnen können wir dann später für das Waisenhaus benutzen.

Wir fuhren also zum Baustoffhändler und verhandelten die Preise. Es dauerte ewig, bis wir alles zusammen hatten, da der Chef ständig eine Handvoll Kunden gleichzeitig bedient und parallel dazu ständig telefoniert. Ein Installateur für die Installation der Regenrinnen war schnell gefunden und fängt morgen früh mit der Arbeit an.
Zurück auf dem Grundstück mussten wir zwei Mal die Arbeiten für länger wegen starkem Regen unterbrechen.

Ich möchte selber einen Lehmofen bauen und habe die erforderlichen Materialen ebenfalls heute geordert. Dieser Lkw kam dann während des zweiten Schauers und fuhr sich in der Auffahrt zum Grundstück fest. Es dauerte drei Stunden, um ihn mit 12 Leuten wieder zu befreien. Dadurch haben wir heute nicht so viel geschafft.

Der Weg zum Grundstück in unpassierbar, auch nicht mit meiner Enduro. Als ich dann abends zu Hause war, fiel mir auf, dass ich den Computer in dem Schuppen vergessen hatte. So musste ich dann im Halbdunklen noch mal durch die Matsche. Um den unpassierbaren Weg zu umgehen, fuhr über einen kleinen Trampelpfad zwischen den Feldern. Aber auch das war eine echte Herausforderung.

Nachts hatte es wieder so viel geregnet, dass ich nicht mit dem Mopped fahren konnte. Das ganze Land dampft morgens, fast wie bei uns im Herbst, nur wärmer. Morgens herrscht hier fast 100 % Luftfeuchtigkeit.

Wir entfernen die Erde rund um die Fundamente, damit sie besser austrocknen.

Mittwoch Vormittag kam dann der Lkw mit den Blocks. Da die Piste noch immer sehr matschig ist, blieb er oben auf der Anhöhe, vor dem Gefällestück stehen und wartete rund 3 Stunden, bis der Weg etwas trockener war. Die gesamte Mannschaft lädt den Lkw per Hand ab. Das dauerte rund 2,5 Stunden.
Zuvor verlangten sie für das Abladen extra bezahlt zu werden. Da musste ich erstmal eine Ansage machen, dass sie ja pro Tag bezahlt werden und es unerheblich ist, was gemacht wird. Das wurde akzeptiert und die Diskussion war damit dann schnell vorbei.
Der Installateur von gestern montiert gerade die Regenrinne und schließt sie an den Wassertank an. Ab morgen werden wir keine Wasserprobleme mehr haben.
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Die Zufahrt ist zurzeit nicht passierbar

Der Installateur kam pünktlich. Er hatte die Regenrinne mit gutem Gefälle montiert. Leider viel zu nah am Dach, so dass das Wasser über die Rinne hinweg schoss. Nachdem wir es mit einer Ladung Wasser ausprobiert hatten, erklärte ich ihm, wie er die Aufhängung umbauen sollte. Es mussten unter jeden Halter Distanzhölzer eingebaut werden. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stieg er wortlos auf sein Mopped und verschwand.
Unser Fundi (gelernter Handwerker) Ouma hatte sofort verstanden wie das zu ändern war. Also pendelte er zwischen Regenrinne und Fundamentblöcken und leitete zwei Arbeitsbereiche gleichzeitig. Die Priorität liegt aber bei den Fundamenten. So haben wir dann die Blöcke eingemessen, die für die späteren Raumgrößen verbindlich sind.

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Zwischenduch werden die Schubkarren gewartet

Am Freitag mussten wir Dominik morgens zum Bus bringen, da heute Abend sein Flug nach Hause geht. Der erste Monat ist rum. Das ging wirklich schnell. Als ich dann zur Baustelle kam, waren die Arbeiter ungewöhnlich ruhig. Dominik hat mit seiner lockeren und persönlichen Art zu einer entspannten Stimmung beigetragen, so dass sie seine Abreise bedauern.

 

IMG_8323Domink mit Michaels Mutter Theodora. Sie freut sich immer riesig, wenn sie uns sieht. Ihrem Vater gehörte ursprünglich das Grundstück, auf dem wir jetzt bauen. Sie hat als Familienälteste das Grundstück gegeben und freut sich sehr, dass sie damit das Projekt unterstützen kann. Ihr größter Wunsch ist es zu erleben, dass das Projekt begonnen wird.

Ich verließ die Baustelle gegen Mittag, um mit Michael nach Siaya zu fahren. Er fuhr weiter nach Kisumu, weil er morgen an der Uni eine Prüfung hat. Die Fahrt dort hin – das ist die einzige Stadt im Umkreis von 70 km – wollte er nutzen, um für die Baustelle Schalungsanker zu kaufen. Dinge, die etwas spezieller sind, bekommt man in Siaya nicht.

Ich habe mich in der Zeit auf die Suche nach geeigneten Stahlteilen für die Lehmrammen gemacht. Die normalen Schlosser hatten nur leichte Profile, so dass ich dann bei Schrotthändlern nach geschaut habe. Einer hatte tatsächlich ein Stahlprofil, das wir abgesägt und zusammen geschweißt, sowie mit einem Griff versehen haben. Dann noch einen guten Preis aushandeln…

Seit einer Woche wird hier nachts getrommelt, so dass wir alle wenig schlafen. In der Nachbarschaft sind mehrere Leute gestorben. Daher gibt es eine große Feier nach der Anderen.

Auf Grund dieser Feiern erschienen einige der Mitarbeiter heute müde und angetrunken auf der Baustelle. So war wieder eine Verwarnung fällig. Weiter haben wir die Blocks zur Fundamenterhöhung vermauert und den Mutterboden zwischen den Fundamenten ausgegraben. Gegen 3 Uhr setzte Regen ein. In einem letzten Endspurt von dem Wochenende haben wir dann die letzten Blöcke der hinteren Außenecke gesetzt.

Wir haben überlegt, einen zweiten Fundi einzustellen, so dass das gesamte Team in zwei Gruppen aufgeteilt werden kann und die Fundies ihre Leute in Schwung halten. Oumar kennt jemanden den er empfehlen kann und am Montag mitbringt.

Sonntag ist frei
Gegen Mittag kamen bei mir Grippesymptome auf. Da Malaria die gleichen Symptome hat, fuhr ich nachmittags zum Bluttest in ein Krankenhaus, der aber negativ ausfiel. Der Arzt meinte, dass es dann doch eine Grippe sei. Ich glaube aber eher, dass ich mir am Samstag Abend den Magen mit Pommes Frites in einem Restaurant verdorben habe. Sonst habe ich die Pommes auf der Strasse gegessen, wo immer vor gewarnt wird, aber da ist nie etwas passiert.

 

 

 

Das erste Fundament

26.10. – 01.11.2015

Aushub der Fundamentgräben für den Abstellraum. Da der Hardcore noch immer nicht geliefert wurde, konnten wir nicht weiter aSo habe ich die Arbeiter nach dem Mittag nach Hause geschickt. Der Lkw ist irgendwo stecken geblieben. Die provisorische Toilette haben wir heute, bis auf die Tür fertig gestellt.
Ein Teil des Hardcores wurde dann doch heute Abend geliefert.

Ich habe heute, nachdem ich endlich die alternative Spannvorrichtung für die Prüfform montieren konnte, Lehm in verschiedenen Mischungen getestet.

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Es scheint sich ein anderer Mitarbeiter, Michael Aput, als möglicher Assistent heraus zustellen. Er ist sehr zuverlässig, denkt mit, ist pünktlich und deutlich älter als die anderen. Er hat heute sein großes Interesse am Lehmbau bekundet. Darauf habe ich ihm erste Detailinformationen gegeben.

Alle Fundamengräben, Lager und Schulgebäude wurden eingefüllt. Julius war mehrfach auf der Baustelle zwischen verschiedenen Terminen. Ich habe weitere Lehmversuche durchgeführt.

Einfüllen des letzten Hardcores und nivellieren. Beginn der Betonarbeiten des ersten Streifenfundamentes. Ich bin mehrfach nach Siaya gefahren um verschiedene Dinge wie ein Wasserfass und Kanister zu kaufen. Geld geholt und Baustoffhändler bezahlt.

Betonieren des ersten langen Fundamentsteifens. Das Wasser haben wir von einem Water guy aus dem Fluss holen lassen.
Schalungsaufbau und betonieren der Streifenfundamente vom Schuppen. Der Water guy kam heute nicht wie verabredet zur Baustellen. So konnten wir weiter betonieren. Da er seine fünf Kanister im Schuppen gelassen hatte, sind unsere Leute dann mehrfach selber Wasser holen gegangen. Der Baufortschritt hat dadurch natürlich verlangsamt. Außerdem fehlte noch Hardcore. Der Lkw ist gestern irgendwo auf Grund des Regens stecken geblieben. Nachmittags kam dann an und konnte mit letzter Kraft das Grundstück erreichen und auch wieder verlassen. Während er auf dem Grundstück stand konnte man sehen, wie er in den weichen Boden einsank.
Heute regnet es schon morgens um 6:00 wie aus Kübeln. Der Vorarbeiter Michael Aput kam gerade vorbei um zu sagen, dass die Strassen mit dem Motorrad unpassierbar sind.

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Er hat den Schlüssel vom Schuppen geholt um pünktlich anfangen zu können. Schon das normale Gehen auf dem Grundstück wird immer schwerer, weil bei jedem Schritt eine Schicht Lehm unter den Schuhen kleben bleibt und so die Schuhe immer schwerer werden. Ständig müssen wir den Lehm von den Sohlen kratzen.

Ich habe große Bedenken wegen der Bauzeit. Es wird vorhergesagt, dass dieser heftige Regen bis Januar gehen soll und noch schlimmer wird.

Seit gestern Abend waren schwere und lang anhaltende Regenfälle vorhergesagt. Für heute hat die Wettervorhersage nicht gestimmt. Es gab keinen Regen, so dass wir weiter betonieren konnten.

 

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Heute war Zahltag. Ortsüblich wird der normale Arbeitslohn von 300/= für die Helfer auf 450/= pro Tag aufgestockt wenn betoniert wird, weil dies eine schwerere Arbeit ist. Außerdem wird immer so lange gearbeitet, bis gewisse Betonier- Abschnitte fertig gestellt sind.
Der Vorabeiter Michael Aput bekommt normal 400/=, beim betonieren 500/=und der Fundi, der einzige gelernte Handwerker Oumar 600/=, bzw. 700/= pro Tag.  Der Helfer, der das Wasser aus dem Fluss geholt hat, bekommt pro Kanister 10/=.

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Ausflug zum Yala- River

Wir wollten Krokodile und Hippos am Yala- River sehen, aber trotz intensiver Suche haben wir sie nicht gefunden.
Wir trafen nur Kinder, die in dem schlammigen Wasser Wäsche wuschen.

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Hier ein aktuelles Beispiel, wie für das Abstützen der obersten Geschossdecke ein halber Wald benötigt wird. Es gibt kaum Baustützen aus Stahl, die wiederverwendbr sind. Julius Ochieng hatte uns erklärt, das Holz auf Grund der Knappheit sehr teuer sein. Es ist so teuer, dass manche Unternehmer ihre Baustellen drei Monate ruhen lassen, um auf die paar Stahlstützen zu warten, bis sie sie mieten können.

Es wäre eine gute Einnahmequelle um die laufenden Kosten für das Projekt finanzieren zu können, wenn unser Partner M.O.C.C. Baustützen vermieten würde. Zurzeit sind wir auf der Suche nach geeigneten gebrauchten Stützen in Deutschland. Wir wollen sie nach Kenia verschiffen und eine Vermietung aufbauen. Julius hat uns auf seinem Firmengrundstück bereits eine Fläche angeboten.

 

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Ich habe heute, nachdem ich endlich die alternative Spannvorrichtung für die Prüfform montieren konnte, Lehm in verschiedenen Mischungen getestet.

 

Es scheint sich ein anderer Mitarbeiter, Michael Aput, als möglicher Assistent heraus zustellen. Er ist sehr zuverlässig, denkt mit, ist pünktlich und deutlich älter als die anderen. Er hat heute sein großes Interesse am Lehmbau bekundet. Darauf habe ich ihm erste Detailinformationen gegeben.

Ein Teil des Hardcores wurde heute Abend geliefert.

 

 

 

 

Fundamentgräben und Priesterweihe

19. – 25.10.2015

7.00 h Baustelle. Ganz schön früh. Aber da der Regen immer zwischen 16- 17 Uhr einsetz, habe ich den Arbeitsbeginn  so früh angesetzt, damit der Baustellenbetrieb möglichst wenig beeieinträchtigt wird.

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Beginn der Ausschachtungsarbeiten. Zuvor musste das gesamte Gebäude abgesteckt und Schnüre gespannt werden um das Gebäude einmessen zu können.
Anschließend wurden die Ausschachtungsarbeiten begonnen und heute auch fast fertig gestellt. Es waren 12 Arbeiter vor Ort. Bezahlt wurden Sie mit 30/= pro foot. So ist garantiert, dass sie zügig arbeiten. Hier wie bei uns ein übliches Verfahren. Es ist schon erstaunlich, was man nur mit Handarbeit alles bewegen kann. Wir haben keinen Strom und keine einzige Maschine auf der Baustelle. Alles ist Handarbeit, auch das Anmischen des Betons. Wir können auch keinen Transportbeton im Betonmischer bestellen. Betonieren wird genau geplant und die Leute eingeteilt, wer was macht. Es entsteht dann eine Arbeitskette, die wie am Fliessband läuft.
Eine schwere Arbeit, die wir mit 50% mehr Gehalt entlohnen.

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Es muss noch ein Baumstumpf und ein altes Fundament beseitigt werden.

8.00h  Baustelle. Ich war aber zu spät weil unsere beiden Moppeds platt waren.
Vereinbart waren 5 Handwerker, die für den Anfang ihre eigenen Schubkarren mitgebracht haben. Die waren auch heute morgen da. Zwei von Ihnen haben jedoch mittags die Baustelle verlassen und kamen nicht zurück. Sie haben sich damit selber disqualifiziert.
Habe mit dem Baustoffhändler Josef Ochieng Preise für Zement, Ballast, Sand und Hardcore ausgehandelt, sowie noch Gerätschaften wie Schlauchwaage, Sägen und so bestellt.

Als erstes festes Team haben wir jetzt 4 Arbeiter, die bisher sehr zuverlässig sind. Die Erde, die vom Ausschachten der Gräben neben den Gräben liegt muss umgelagert werden, da zum Bau der Wände verwendet werden soll.
Für die Lehmprüfform benötige ich Schraubzwingen.

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Die Nachfrage bei verschiedenen Baustoffhändlern brauchte jedoch kein Ergebnis. Daher muss ich alternative Spannvorrichtung entwickeln. Von einem Schlosser habe ich dann vier Stahlwinkel bekommen. Die erforderlichen Bohrungen konnte er nicht bohren, weil er keine Bohrmaschine hat. Die Löcher wurden einfach eingeschlagen.

Wegen des massiven Matsches ist der Weg zum Grundstück fast unpassierbar. Ich bin morgens sogar mit dem Motorrad stecken geblieben. Die erste Ladung Ballast konnte erst am Nachmittag gebracht werden, als die Erde etwas abgetrocknet war.
Seit heute haben wir einen Watchman auf der Baustelle.

Heute sollten weitere Lieferungen von Ballast und Sand kommen. Der erste Lkw ist stecken geblieben und konnte erst nach einer Stunde befreit werden.
Aufräumarbeiten auf der Baustelle. Ausschachten für eine provisorische Toilette, bis die Trenntoilette fertig ist.

IMG_7634 Regen in Siaya

Ich habe die ersten Lehmprüfungen mit der Versuchsform gemacht. Dieser Test dient dazu heraus zufinden,  wie groß das Schwindmass und damit die Rissbildung ist. Es muss das richtige Verhältnis des Lehm-/ Sandgemisch hergestellt werden, damit die Gebäude dauerhaft stabil sind.

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Open- Air Messe zur Priesterweihe

Jemand aus der Gemeinde wurde kürzlich in Mombasa zum Priester geweiht. In seiner Heimatgemeinde wurde daher seine erste Messe groß gefeiert. Rund 2.500 Menschen nahmen am Sonntag an dieser langen Messe mit viel Musik, Gesang und Tanz teil.
Am Schluss wurden wir als Besucher aus Deutschland offiziell begrüsst und nach vorne gerufen. Wir sollten uns jeder selber vorstellen und erzählen, was wir hier machen. Michael hat die Gelegenheit professionell genutzt, um das Projekt detailliert zu erläutern.
Seitdem werden wir von vielen Menschen auf der Strasse mit Namen gegrüßt.

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Die erste Woche in Siaya

Der Flug nach Nairobi war ruhig. Wir übernachteten in einem kleinem Hotel in einer etwas verwegenen Strasse. Nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Easy Coach nach Siaya. Diese Fahrt dauert rund 9 Stunden und führt zum Teil durch schöne Landschaften wie das Rift Valley, vorbei am Lake Nakuru und durch die Teeplantagen von Kericho.
In Siaya warteten schon Michael, Julius und Cellestine auf uns.

In den ersten Tagen haben wir dann versucht, die Angelegenheit mit der Arbeitserlaubnis zu regeln. Das ist aber in Siaya nicht möglich, sondern muss in Kisumu beantragt werden.

Während dessen begannen wir die Baustelle einzurichten. Da wir mit Arbeitslosen Menschen arbeiten, mussten wir zunächst alle erforderlichen Gerätschaften kaufen und das Grundstück vom Grünzeug befreien. Zur Baustelleneinrichtung gehört auch der Bau einer Wellblechhütte, die als temporäres Lager und Unterstand für den nächtlichen Watchman dient.

 

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Die Anfrage bei dem Immigration Office in Kisumu brachte uns nicht weiter. Ein unfreundlicher und gelangweilter Beamter meinte nur, dass ich die normale Arbeitserlaubnis beantragen soll. Diese kostet jedoch umgerechnet 150 € pro Monat.
Michael sagt, dass sich in Siaya niemand für meinen Status interessieren wird. Jetzt bin erst mal illegal hier.

Für den 15.10. war die Grundsteinlegung mit dem Gouverneur vereinbart. Dafür war viel vorzubereiten. Das County Council hat eigene Festzelte für solche Veranstaltungen.
Es wurde eine gelungene Veranstaltung mit großen Interesse an der Lehm- Bautechnik und an den Fotos der deutschen Vereinsmitglieder. Jeden einzelnen sollte ich mit Beruf vorstellen. Die benachbarte Schule war mit Chor und traditionellen Instrumenten gekommen.  Sie eröffneten musikalisch das Programm. Anschließend spielten Dominik und ich mit den Gitarren gemeinsam mit der Gruppe.

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Michael hat sein ganzes Haus für uns geräumt, so dass ich mir im Eingangsbereich ein kleines Büro einrichten konnte, dass nachts auch als Garage für ein Motorrad dient.

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Hier spricht alles von El Nino, einem schweren Dauerregen, der zwei bis drei Monate dauern kann. Bisher hat es jeden Tag heftig geregnet. Zuerst nur Abends und nachts, aber jetzt fängt der Regen immer füher an. Wenn das so bleibt, kann dieses Wetter uns ziemliche Probleme bereiten

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Unser Baugrundstück mit der neuen Wellblechhütte während ein Gewitter aufzieht

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